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Türkischer Staatssekretär: Geheimdienst hat drei kurdische Kämpferinnen in Paris ermordet

Türkischer Staatssekretär: Geheimdienst hat drei kurdische Kämpferinnen in Paris ermordet

Essen (Korrespondenz), 19.03.15: In einem Interview mit der türkischsprachigen Zeitung "Cumhuriyet" hat der führende PKK-Funktionär und Vorsitzende der Leitung der KCK (1) erklärt, die Ermordung der drei kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez am 9. Januar 2013 in Paris sei das Werk des türkischen Geheimdienstes MİT gewesen – und zwar unter Berufung auf den für den MİT zuständigen Staatssekretär Hakan Fidan. Bayık stellte fest, der Mord an den drei Frauen sei sicherlich nicht von einer einzelnen Organisation durchgeführt worden, sondern durch Absprache jener Kräfte auf internationaler Ebene, die 1999 auch die Entführung Abdullah Öcalans in die Türkei organisiert hätten.

Wörtlich habe der Staatssekretär erklärt: "Das Verbrechen wurde von uns verübt, das streiten wir nicht ab." Angeblich gebe es innerhalb des MİT verschiedene Flügel; die seien dafür verantwortlich zu machen. Sie, die die Verhandlungen führten, hätten darauf keinen Zugriff gehabt.

Bayık habe dem Staatssekretär entgegengehalten, in seiner Position an der Spitze des MİT müsse er und überhaupt der gesamte MİT zumindest von den Mordplänen gewusst haben. Daraufhin habe der Staatssekretär präzisiert: "Wir waren das nicht. Das waren bestimmte Unterabteilungen innerhalb des MİT. Da gibt’s ja Cemaatçiler (2), da gibt’s Nationalisten."

Ömer Güney sei ein Auftragskiller, so Bayık weiter. Im Allgemeinen sei klar, wer da gemordet habe und welche Kräfte hinter den Morden stünden, aber das werde sich sicher nicht nachweisen lassen. (Quellen: www.radikal.com.tr, www.cumhuriyet.com.tr)

(1) Koma Civakên Kurdistan: "Union der Gemeinschaften Kurdistans"
(2) Anhänger der islamistischen Bewegung des Predigers Fetullah Gülen