Wirtschaft

Weitere Niederlage für die RAG

Weitere Niederlage für die RAG
"Zur Ehrung der Bergleute und ihrer schwierigen Arbeit unter Tage" - Skulptur von Max Kratz in Essen (foto: werner wittersheim)

28.03.15 - Nun hat auch das Bundesarbeitsgericht den von vielen Bergleuten als "Schandvertrag" bezeichneten Tarifvertrag für "unwirksam" errachtet. Nach dem Vertrag wurden Beschäftigte in ein sogenanntes "Mitarbeiter-Entwicklungs-Zentrum" zwangsversetzt.

Dort sollten den Kollegen Jobangebote gemacht werden. Bei Ablehnung des ersten Angebots sah der Tarifvertrag eine Abmahnung vor, bei der zweiten Abmahnung gar die Kündigung. Die IGBCE-Führung und die rechte Gesamtbetriebsratsspitze hatten dem Schandvertrag zugestimmt und ihn bis zuletzt verteidigt.

Jetzt wird das MEC aufgelöst und die Kumpels wieder bei der RAG angelegt. Ein Erfolg, der Mut macht, dass auch die Pläne der RAG zur Schließung aller Zechen nicht unumkehrbar sind.

Auch aus ökologischen Gründen sprechen sich viele Bergleute und Umweltschützer gegen die Zechenschließung aus. Denn nach der Schließung droht in den Gebieten Gasfracking. Außerdem ist der Umgang mit den untertägig deponierten Giftstoffen völlig ungeklärt.

Das Scheitern des MEC wiederum ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Zechenschließungen nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich sind.  Für die Zeit nach 2018, kündigte ein RAG-Sprecher dann auch an, seien betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.