Wissenschaft und Technik

Flugzeugabsturz: "Wie kann ein Mensch so etwas tun?"

Flugzeugabsturz: "Wie kann ein Mensch so etwas tun?"
Bis vor einiger Zeit waren in Cockpits oft drei Crew-Mitglieder - Bordingenieure wie hier auf dem Bild wurden durch die zunehmende Automatisierung überflüssig (foto: K's)

28.03.15 - Aufgrund der "Voice Recorder"-Aufnahmen des abgestürzten "Germanwings"-Flugzeugs und weiterer Indizien ist inzwischen klar, dass vor dem Aufprall nur Co-Pilot Andreas L. im Cockpit saß. Die Pilotenvereinigung Cockpit warnte jedoch davor, den Grund für den Absturz bereits als Suizid des Co-Piloten einzustufen. Bei den neuen Erkenntnissen der Ermittler handle es sich um "einen ersten Zwischenbericht", so ihr Sprecher Jörg Handwerg. Viele Fragen seien aber noch offen.

Sollte sich erhärten, dass der Co-Pilot tatsächlich bei vollem Bewusstsein war und sich selbst tötete, dann hätte er 149 weitere unschuldige Passagiere einschließlich seiner Kolleginnen und Kollegen mit in den Tod gerissen. Unfassbar, wie jemand so etwas tun kann.

Weitere Fragen müssen aufgeworfen werden:

- Wie ist es möglich, dass angeblich der "Terrorismus"-Abwehr dienende Vorschriften zur Abschottung der Cockpits von Passagier-Flugzeugen zur Falle für 149 bzw. 150 Menschen werden? 

- Warum wurde in Europa bisher auf die Festlegung verzichtet, dass trotzdem immer mindestens zwei Angehörige der Flugzeug-Crew im Cockpit sein müssen? Welche Rolle spielten dabei Bestrebungen, Personal einzusparen?

Die tiefe Trauer der Familienangehörigen und Bestürzung von Millionen Menschen muss aber auch Anlass sein, die Frage nach den tieferen gesellschaftlichen Ursachen einer solchen Tragödie aufzuwerfen und Schlussfolgerungen zu ziehen.

Weitere Hintergründe: