Sozialismus

Heute Abend im "Ersten": Neuverfilmung von "Nackt unter Wölfen"

Heute Abend im "Ersten": Neuverfilmung von "Nackt unter Wölfen"
Bruno Apitz (rechts) während der Dreharbeiten zum DEFA-Film "Nackt unter Wölfen" von 1963 (foto: Bundesarchiv)

Ulm (Korrespondenz), 01.04.15: Heute um 20.15 Uhr strahlt "Das Erste" eine Neuverfilmung des Romans "Nackt unter Wölfen" von Bruno Apitz aus. Die Geschichte des Romans beruht auf einer wahren Begebenheit. Es geht um die Rettung eines jüdischen Kleinkindes im KZ Buchenwald. Trotz großer Gefahren sowohl für ihr eigenes Leben als auch für die Widerstandsbewegung entscheiden sich mehrere Häftlinge, den kleinen Jungen vor dem sicheren Tod zu retten.

Um was geht es bei dieser filmischen "Neuinterpretation"? Die "BILD"-Zeitung schreibt, dass die Legende von der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald korrigiert werde und "DER SPIEGEL" kündigt an: "Die Geschichte wird ideologisch entrümpelt." Damit reiht sich die Neuverfilmung ein in die überwiegend antikommunistische Grundtendenz der bürgerlichen Geschichtsschreibung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April und der Befreiung Deutschlands vom Hitler-Faschismus am 8. Mai.

Im KZ Buchenwald existierte eine von der KPD geführte Widerstandsorganisation. Sie organisierte die Selbstbefreiung der Häftlinge von Buchenwald, was der Film offenbar abschwächen soll. Die Befreiung sei nicht das Ergebnis des heldenhaften Widerstands der KZ-Häftlinge gewesen, sondern wird letztlich allein der US-Armee zugeschrieben.

Über Leserzuschriften zum Film würden wir uns freuen. Ein weiterer Sendetermin ist der 9. April im MDR Fernsehen.