Umwelt

Orkan "Niklas" tobte über Mitteleuropa – weltweite Zunahme schwerster Stürme

Orkan "Niklas" tobte über Mitteleuropa – weltweite Zunahme schwerster Stürme
Sturmtief Niklas zog mit Macht über Mitteleuropa hinweg (foto: Herb van Pixel)

02.04.15 - Das Orkantief „Niklas“ hat mit verheerenden Folgen quer durch Deutschland, Österreich und der Schweiz getobt. Mindestens elf Menschen starben durch umstürzende Bäume oder Gebäude und bei wetterbedingten Unfällen. Hunderte wurden durch herumfliegende Haus- und Baumteile verletzt. „Niklas“, der mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern daher kam, beschädigte viele Autos, Häuser und Stromleitungen. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern musste der Bahnverkehr längere Zeit eingestellt werden. Auf Straßen und Autobahnen blockierten umgekippte Lastwagen und Anhänger den Verkehr. Am Flughafen in Frankfurt am Main fielen am Dienstag mehr als 180 Starts und Landungen aus.

Der Orkan gehört zu den stärksten Stürmen der vergangenen 30 Jahre. "Dies gilt sowohl für die Spitzenwerte als auch für die Durchschnittswerte", teilte der Deutsche Wetterdienst mit. "Niklas" war fast so stark wie der bisher stärkste in Europa registrierte Orkan "Kyrill" im Januar 2007, bei dem 47 Menschen sterben mussten. Allein sieben weitere schwere Orkane haben seitdem in ganz Europa große Schäden angerichtet und viele Menschenleben gefordert. Erst im Januar zogen die Sturmtiefs "Elon" und "Felix" eine Schneise der Verwüstung durch Deutschland.

Auf allen Kontinenten nehmen schwere Stürme zu. So haben in den vergangenen Tagen sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen mehrere Ortschaften in Chile zerstört. Mehr als 4.000 Familien haben alles verloren. Viele Ortschaften sind noch isoliert. Zwölf Menschen sind den Stürmen zum Opfer gefallen, 20 Menschen werden noch vermisst. Sie brachten die schlimmsten Regenfällen seit 80 Jahren in Chile mit sich. Besonders in der sonst extrem trockenen Wüstenregion Atacama im Norden des Landes hat das zu zahlreichen Erdrutschen geführt.

Mit voller Wucht hatte am 14. März der Zyklon "Pam", "einer der mächtigsten je gemessenen Zyklone", den Pazifikstaat Vanuatu getroffen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. In den USA gab es eine Reihe von Winterstürmen mit heftigen Schneefällen und langen Perioden mit Minustemperaturen. Am 12. Dezember wüteten über Asien mehrere schwere Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 215 km/h. Vor allem Japan war betroffen. Am 8. Dezember fegte der Taifun "Hagupit" ebenfalls mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern über den Inselstaat Philippinen hinweg. Schon im Juli waren durch den Taifun "Rammasun" auf den Philippinen fast hundert Menschen gestorben. Danach wütete der Sturm in Südchina. Dort war es der stärkste Sturm seit 41 Jahren. Ihre Energien beziehen diese Taifune aus der zunehmend feuchten Luft durch die immer wärmere Meeresoberfläche.

2014 ereigneten sich 189 registrierte Umweltkatastrophen, die höchste Anzahl seit 1970. „Niklas“ ist ein weiteres Warnsignal, dass wir uns bereits mitten in einem beschleunigt fortschreitenden Übergang zu einer globalen, existenzbedrohenden Umweltkatastrophe befinden. Hauptursache für die regionalen Klimakatastrophen ist die ständige Erwärmung von Erde, Luft und Wasser infolge der massenhaften und immer noch steigenden Verbrennung fossiler Energieträger - vor allem durch die Großindustrie und verantwortet von den 500 größten Übermonopolen der Welt auf der Jagd nach Maximalprofiten.

Die MLPD fordert daher: „Sukzessives und dann vollständiges Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien! Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen! Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030 und klarer Kurs auf Absenkung des CO2-Gehalts in der Luft auf 350 ppm!“ Sie ist sich aber im klaren darüber, dass der Kampf um die vollständige Durchsetzung dieser Forderungen mit dem Kampf gegen den Kapitalismus und für eine sozialistische Gesellschaft der Einheit von Mensch und Natur verbunden werden muss.

Die Profitwirtschaft der weltumspannend organisierten Großkonzerne steht einem wirksamem Umweltschutz und der Rettung der Menschheit vor der Umweltkatastrophe inzwischen gesetzmäßig und nicht reformierbar im Weg. Deshalb ist weltweiter aktiver Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe der einzige Weg zur Rettung der Menschheit und dieses Planeten!