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Wiederaufbau von Kobanê – ICOR-Brigaden helfen

Wiederaufbau von Kobanê – ICOR-Brigaden helfen

04.04.15 - Seit Ende Januar ist die Stadt Kobanê in Rojava (Südkurdistan/Nordsyrien) von den faschistischen Terrorbanden des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) befreit. Vorangegangen waren 134 Tage heldenhafter Kampf der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und Frauenverteidigungseinheiten (YPJ). Während in den Fernsehnachrichten wochenlang der bevorstehende "Fall von Kobanê" angekündigt wurde, siegte die moralische Überlegenheit des waffentechnisch unterlegenen kurdischen Befreiungskampfs in Einheit mit einer weltweiten Solidaritätsbewegung. Jetzt steht der Wiederaufbau an.

In Rojava wird eine demokratische Selbstverwaltung verteidigt, die das friedliche Zusammenleben aller Volks- und Religionsgruppen fördert. Rojava ist ein Vorreiter in Sachen Frauenrechte, fördert den Umweltschutz und die Lösung der sozialen Fragen. Es steht für den derzeit fortgeschrittensten Kampf für Freiheit und Demokratie.

Inzwischen konnten die kurdischen Selbstverteidigungskräfte auch den Großteil der weiteren Städte und Dörfer des Kantons Kobanê befreien. Im Westen bei Sexler haben sie in diesen Tagen den Euphrat erreicht und den IS hinter den Fluss vertrieben. Aber die faschistischen Terrorbanden hinterlassen vielerorts eine gewaltige Verwüstung. In der Stadt Kobanê wurden über 80 Prozent der Gebäude beschädigt oder zerstört. In barbarischer Manier haben die Faschisten gezielt die Infrastruktur vernichtet, die für das Leben der Bevölkerung notwendig ist.

Die ehemals vier Krankenhäuser in Kobanê wurden zerstört oder so schwer beschädigt, dass momentan keines mehr nutzbar ist. Entsprechendes gilt für die Schulen, die Wasser- und Elektrizitätsversorgung usw. 200.000 Flüchtlinge aus Kobanê wollen so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück. Nur 40.000 Menschen konnten bisher aber zurückkehren, weil es vor Ort am Notwendigsten fehlt und die Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleistet werden kann.

Die deutsche Bundesregierung leistet bisher keinerlei Wiederaufbauhilfe für Kobanê, obwohl sie sich überall auf der Welt als großer Kämpfer für Menschenrechte und Entwicklung aufspielt. Ganz im Gegenteil wird der Wiederaufbau durch den NATO-Partner Türkei aktiv behindert. Gegenwärtig sind der Zugang und der Transport von Hilfslieferungen nach Kobanê nur über die Türkei möglich.

In einem aktuellen Interview von "rf-news" mit kurdischen Politikern aus der benachbarten türkischen Grenzstadt Suruc berichten diese über große Probleme: "Wir bitten Europa um Hilfe, da die türkische Regierung vieles abblockt. Die Grenze zu Kobanê ist nach wie vor geschlossen. Ebenso verhält sich die AKP-Regierung, die in Urfa sitzt. Anträge zur Lieferung von Materialien oder Medikamenten werden einfach nicht oder nur sehr zögerlich bearbeitet. ... Wir könnten mit der Getreideproduktion in Cizire (Kanton in Rojava) uns vollständig selber versorgen in allen Kantonen, aber wir bekommen keine Verbindung zu den anderen Kantonen." Die Forderung nach einem humanitären Korridor über die Türkei für den ungehinderten Zugang und Hilfslieferungen nach Kobanê muss von allen demokratischen und internationalistisch eingestellten Kräften erhoben und unterstützt werden!

Sehr wichtig ist, dass jetzt die Solidaritätsbrigaden zur Unterstützung des Wiederaufbaus von Kobanê praktische Gestalt annehmen. Sie werden von der revolutionären Weltorganisation ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) mit ihren 48 Mitgliedsorganisationen entsandt. Das entspringt dem Grundgedanken von Völkerfreundschaft und gegenseitiger internationaler Solidarität. Die ICOR arbeitet dabei eng mit dem kurdischen Dachverband "Kongress der demokratischen kurdischen Vereinigungen in Europa (KCD-E)" und der führenden Partei in Rojava, der PYD, zusammen. Gemeinsam wurde vereinbart, dass von den Solidaritätsbrigaden beim Wiederaufbau medizinischer Einrichtungen in Kobanê geholfen wird. Vom 20. Juni bis zum 19. September werden insgesamt 60 bis 100 internationale Brigadisten aus Deutschland und vielen anderen Ländern nach Kobanê fahren.

Der vor kurzem herausgegebene Aufruf der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) zur Teilnahme an den Brigaden stößt auf großes Interesse. Umgehend sind die ersten Anmeldungen von Jugendlichen (über 18 Jahre), Fachleuten und weiteren Unterstützern als Brigadisten eingegangen. Überparteiliche Solidaritätskomitees, der Jugendverband REBELL und weitere Organisationen sowie Einzelpersonen unterstützen das Projekt. Zahlreiche Migranten aus Rojava arbeiten derzeit in Deutschland bereits an der Vorbereitung  mit.

Die Solidaritäts- und Hilfsorganisation "Solidarität International" ruft zu Spenden für das Projekt auf (IBAN DE11 5019 0000 6100 8005 76, BIC FFVBDEFF, Frankfurter Volksbank mit dem Stichwort "ICOR-Brigaden"). Neben den notwendigen Geldern soll in den kommenden Wochen besonders Werkzeug für die Baumaßnahmen der Brigaden gesammelt werden.

Das nächste Treffen des Solidaritätskomitees "Mittleres Ruhrgebiet" findet am 9. April um 18.30 Uhr im Bistro der "Horster Mitte", Schmalhorststr. 1a in Gelsenkirchen statt.