Sozialismus

Weitere Ostermarsch-Berichte

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Bestes Ostermarschwetter in Frankfurt am Main (rf-foto)

07.04.15 - Die folgenden Ostermarschberichte gingen zwischenzeitlich noch bei der "rf-news"-Redaktion ein: "Doppelt so viele Teilnehmer wie vor zwei Jahren", berichten Korrespondenten aus Hamburg:

"Traditionell findet der Ostermarsch in Hamburg am Pfingstmontag statt. Über 1.000 Leute versammelten sich bei herrlichem Osterwetter und marschierten durch den alten Hamburger Arbeiterstadtteil Hamm bis ins Zentrum nach St. Georg, wo nach fast zwei Stunden Marsch das Ostermarschfest stattfand. Die Zahl war deutlich höher als letztes Jahr und auch vor zwei Jahren, ein Ausdruck davon, dass die Ereignisse in der Ukraine viele Diskussionen bestimmten. Viele warteten schon auf den 'Pepperoni'-Block, und sangen dort Lieder begeistert mit. Während am offenen Mikrofon zur Ukraine-Krise die EU- und US-Imperialisten als Hauptverursacher angegriffen wurden, wurde auch herausgestellt, dass die Friedensbewegung sich von jedem Imperialismus, auch dem russischen Imperialismus distanzieren muss, und dass das Selbstbestimmungsrecht des ukrainischen Volkes verteidigt werden muss.

Es gab nun dazu keine offene Kontroverse, man merkte aber schon, dass diese Position nicht unumstritten war. Auch in den offiziellen Reden bei der Abschlusskundgebung wurde der russische Imperialismus ausgeblendet. (...)

Viel Interesse weckte auch das neue Transparent der Umwelt-AG des REBELL gegen die fast täglichen Atomtransporte in Hamburg, zu Wasser, zur Schiene oder zur Straße."

Zirka 1.500 Menschen auf dem Frankfurter Römer

"Der diesjährige Ostermarsch in Frankfurt am Main wurde mit dem Aufruf 'Kriege und Kriegspropanda stoppen - Konflikte friedlich lösen!' und der Vorstellung einer neuen Etappe der Entspannung und Abrüstung sowie ziviler Konfliktlösung, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit ausgerichtet.

Kein Wort zur imperialistischen Machtpolitik, Aufrüstung und der Beteiligung der Bundeswehr in 15 Ländern, anstelle dessen heißt es im Aufruf 'wir mahnen eine deutsche Verantwortung für Friedenspolitik an ... .' Welch Ignoranz gegenüber der Rolle von Deutschland als einer Führungsmacht innerhalb der EU, die das Doppelspiel von imperialistischem Pazifismus, Aufrüstung der Bundeswehr bei gleichzeitiger Betonung der Verhandlungen und Belügen der Bevölkerung perfektioniert.

Auf dem Frankfurter Römer waren ca 1.500 Menschen und hörten den Reden zu. Diese waren von vielfältigen Themen geprägt, ein Vertreter der Flüchtlinge sprach, es wurde gegen den zunehmenden Ausbau eines Überwachungsstaates Stellung bezogen, das Verbot der NPD gefordert, sich gegen jegliche rechte und faschistische Hetze ausgesprochen, die Beschneidung demokratischer Rechte angegriffen und die Einführen von Ausweiskontrollen abgelehnten. Insgesamt wurde sich klar von faschistischen und rechten Kräften distanziert.

In den Diskussionen mit den Teilnehmern der Kundgebung zeigte sich ein besonderes Interesse an der Solidarität mit Rojava und dem Aufbau der Solidaritäts-Brigaden. (...) So wurden etliche 'Rote Fahne' verkauft und auch der 'Katastrophenalarm!' weckte viel Interesse."

Unterschriften gegen Ausgrenzung der MLPD durch den DGB

"Trotz morgendlichem Schneefall am Ostermontag machten sich bis zu 1.000 Leute in Nürnberg auf zum Ostermarsch. (...)

Schon im Vorfeld gab es einen Eklat darüber, dass in dem Nürnberger Aufruf stand: 'Am 22. Februar 2014 jagten bewaffnete Gruppen die ukrainische Regierung davon. USA und EU erkannten die neue Putschregierung, unter Beteiligung von Faschisten, sofort an.' Es wurde sich hier zu einfach gemacht. Klar, lehnen wir jegliche imperialistische Einmischung in der Ukraine ab, jedoch kämpfen Faschisten auf beiden Seiten ..., dies zeigt den imperialistischen Charakter des Ukraine-Konfliktes. (...)

Ein weiteres wichtiges Thema war die Solidarität mit Rojava und die Frage, was wir hier konkret tun können. Zum einem wurden über 30 Euro Spenden für die ICOR-Solidaritätsbrigade gesammelt und zum anderen wurden 40 Unterschriften für die Schaffung eines Flüchtlingsheims für syrisch/kurdisch/irakische Flüchtlinge in Truckenthal/Thüringen gesammelt.

Ein weiterer Skandal der viele Ostermarschierer bewegte ist eine erneute Ausgrenzung der MLPD für die Info-Stände zum 1. Mai durch den DGB Nürnberg. 86 Protestunterschriften sammelten wir in kurzer Zeit."

Antifaschistisches Gedenken in Gardelegen

"Der Ostermarsch in Gardelegen ging zur Gedenkstätte Isenschnibbe. In der Feldscheune Isenschnibbe erschossen und verbrannten die Faschisten am 12. April 1945 1.000 KZ-Häftlinge, die auf einem Todesmarsch waren. Einen Tag später erreichte die US-Armee Gardelegen.

Am Ostermarsch selbst nahmen etwa 200 Menschen teil. Im Mittelpunkt stand der Protest gegen die Faschisten, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und den Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide, und gegen die wachsende Gefahr imperialistischer Kriege in der Welt."

Weitere Berichte im Thema des Tages von gestern

Fotos erscheinen in der kommenden Wochenausgabe der "Rote Fahne" am 10. April (hier bestellen)