Politik

23.04.15 - NSU: Hinweise ignoriert und nicht genutzt

Im NSU-Prozess kommen immer neue haarsträubende Ermittlungs"pannen" ans Tageslicht. Bereits 1998 hatte der Thüringer "Verfassungsschutz" Informationen über Aufenthaltsort, Raub- und Mordpläne der untergetauchten Neofaschisten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erhalten. Zwei Jahre später, im Herbst 2000, ermordeten sie den Blumenhändler Enver Simsek in Nürnberg. Gestern war der Präsident des sächsischen Inlandsgeheimdienstes, Gordian Meyer-Plath, als Zeuge vor Gericht. Er hatte den V-Mann, der über die drei Untergetauchten berichtete, in den 1990er Jahren zum Teil selbst geführt und war mit ihm 38-mal zusammengetroffen. Hinweise auf den Aufenthalt von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt gab es immer wieder. Einmal wurde Böhnhardt von Verfassungsschützern sogar in einer Telefonzelle entdeckt, in der er mit einem anderen V-Mann telefoniert hatte.