Umwelt

Braunkohle: Am 25. April für die kämpferische Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung

Braunkohle: Am 25. April für die kämpferische Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung
Menschenkette gegen Braunkohleförderung im August 2014 (foto: markus winkler)

23.04.15 - Am Samstag, dem 25. April, werden Tausende von Umweltschützern mit einer Demonstration und einer Menschenkette im Rheinischen Braunkohlerevier gegen Braunkohleabbau und Kohleverbrennung demonstrieren. Am gleichen Tag rufen die Gewerkschaftsführungen von ver.di und IGBCE die Arbeiter und Angestellten der Energiekonzerne nach Berlin zu einer Demonstration für Kohleverbrennung und gegen eine von Wirtschaftsminister Gabriel geplante Abgabe für alte Kohlekraftwerke. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske, Parteimitglied bei den Grünen, malt den Teufel von "hunderttausenden gefährdeten Arbeitsplätzen" an die Wand.

Im Buch "Katastrophenalarm – Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" von Stefan Engel wird der Braunkohletagebau als besonders zerstörerische Fördermethode kritisiert: "Deutschland ist das Land mit der größten Braunkohleförderung der Welt. 2012 waren es rund 185 Millionen Tonnen, wovon 98,9 Prozent in den drei großen Braunkohlerevieren (Rheinisches, Mitteldeutsches und Lausitzer Revier) abgebaut wurden. Der Braunkohleabbau Hambach in der niederrheinischen Bucht ist der tiefste Tagebau in Deutschland mit Tiefen bis zu 450 Metern. RWE betreibt ihn für Höchstprofite und 'untergräbt' so buchstäblich die Region um die Großstädte Aachen, Köln und Mönchengladbach. Tausende Menschen wurden bereits aus ihren Dörfern vertrieben und zwangsumgesiedelt. Mit den 460 Millionen Tonnen Abraum werden jedes Jahr auch 368 Tonnen Uran freigesetzt. Abbau, Lagerung und Transport des Abraums und der Kohle verbreiten lebensbedrohliche Feinstäube" (S. 196/197).

Nicht nur für die Anwohner, auch für die Menschen in der Kölner Bucht und vor allem für die Arbeiter im Tagebau und in den Kraftwerken birgt der zerstörerische Abbau der Braunkohle und ihre Verbrennung in den benachbarten Riesenkraftwerken immense gesundheitliche Gefahren. Die EU bezifferte in ihrem neuesten Bericht die Zahl der Todesfälle durch Feinstaubbelastung in der EU auf 430.000 im Jahr. Die chemischen und radioaktiven Schadstoffe bedrohen besonders die unmittelbar damit konfrontierten Arbeiter und Anwohner, was auch durch die Zahl der Krebsfälle und chronisch Kranken in der Region bestätigt wird. Der Kniefall der rechten Gewerkschaftsführung vor dem Maximalprofit der Energiemonopole ist unerträglich, sie macht sich zum verlängerten Arm der kapitalistischen Erpressung nach dem Motto "entweder Arbeitsplätze oder Gesundheit und Umweltschutz".

Die Arbeiter und Angestellten brauchen aber beides! Die Aktion der Braunkohlen-Menschenkette hat die Schwäche, sich nicht konsequent gegen jede Verbrennung fossiler Energie auszusprechen, illusionäre Hoffnungen auf eine "Energiedemokratie von unten durch Energie in Bürgerhand" zu verbreiten und eine Distanz zur Arbeiterbewegung als angebliche "Gegner des Umweltschutzes" zu kultivieren.

Die MLPD wird bei beiden Anlässen aktiv für die Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung, für die Lösung der sozialen und Umweltfrage in der internationalen sozialistischen Revolution und gegen den Betrug von Regierung, Monopolen und rechter Gewerkschaftsführung eintreten. Sie fordert das sukzessive und dann vollständige Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien! Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen! Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030!

Die kämpferische und revolutionäre Bergarbeiterbewegung wendet sich schon lange gegen die Verbrennung des wertvollen Rohstoffs Kohle. Sie kritisiert die rein profitmotivierte Stilllegung des sicheren und theoretisch umweltverträglich zu betreibenden Untertage-Bergbaus in Deutschland. Und sie fordert gleichwertige Ersatzarbeitsplätze für alle Kumpel, die durch Stilllegung von Abbaubetrieben ihren Arbeitsplatz verlieren. In der Kritik steht auch die Führung der IGBCE, die der Stilllegung der Steinkohlezechen tatenlos zusieht und jetzt beim Braunkohletagebau angeblich ihr Herz für die Kumpel entdeckt. Tatsache ist, dass allein die Braunkohlebetreiber und Energiemonopole ein Interesse an der Braunkohle-Tagebauförderung und -Verbrennung haben: den Profit!