Betrieb und Gewerkschaft

Erzieherinnen stimmen über unbefristeten Streik ab

Erzieherinnen stimmen über unbefristeten Streik ab
Streikende Erzieherinnen in Wuppertal (RF-Foto)

30.04.15 - Anfang der Woche hat die Bundestarifkommission der Gewerkschaft ver.di für den öffentlichen Dienst einstimmig das Scheitern der Tarifverhandlungen für die kommunalen Sozial- und Erziehungsdienste erklärt (siehe rf-news vom 09.04.15).

Die ver.di-Mitglieder der 240.000 Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen, Sozial- und Heilpädagog/innen in kommunalen Einrichtungen stimmen derzeit über einen unbefristeten Streik ab. Es geht um Lohnerhöhungen von durchschnittlich zehn Prozent. Weil Erzieher während der vierjährigen Ausbildung kein Geld bekommen, soll auch das Berufseinstiegsgehalt auf 2.590 Euro erhöht werden. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.

In den nächsten Tagen werden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter die städtischen Kindertagesstätten und andere Einrichtungen abklappern, um die Kolleginnen und Kollegen zur Urabstimmung zu bitten. Sofern mindestens 75 Prozent der Mitglieder zustimmen, kann ab Ende nächster Woche ein unbefristeter Streik beginnen. Schon überschlagen sich die Öffentlichen Dienstherren und die bürgerlichen Medien in ihrer Hetze: die Kassen seien leer, dann würde man Einrichtungen schließen müssen und die Erzieher/innen würden nur den Eltern und Kindern mit dem Streik schaden.

Das es genau andersherum ist, stellte ver.di-Vorsitzende Frank Bsirkse klar: "Die Arbeitgeber glauben offenbar, sie könnten diese Tarifrunde auf dem Rücken der Kinder und ihrer Eltern einfach aussitzen. Die Arbeitgeber haben in fünf Verhandlungsrunden jeden generellen Handlungsbedarf zur tariflichen Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe geleugnet. …" (www.verdi.de, 28.4.15)

Dem Weg zum unbefristeten Streik geht eine hohe Kampfbereitschaft in den Warnstreiks voraus, die auch in vielen KiTas von Eltern unterstützt wird. In KiTas gehören Sprachtests, frühkindliche Bildung oder Arbeit mit den Eltern zum Alltag. Dazu müssten etwa 120.000 weitere Vollzeitkräfte eingestellt werden. Eine gute Qualität der KiTas ist für viele Familien unverzichtbar, da immer mehr Frauen berufstätig sind. Die Beschäftigten sind auch mehrheitlich Frauen, damit rechtfertigen die sogenannten "Arbeitgeberverbände" das allgemein niedrigere Lohnniveau. Das wird mit dieser Auseinandersetzung von den Gewerkschafterinnen attackiert. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen mehr Zeit, ein besseres Gehalt, mehr Personal und die Solidarität in ihrem Kampf.

Der 1. Mai 2015 ist hervorragend geeignet die Kolleginnen und Kollegen in ihrem Kampf zu unterstützen und gemeinsam auf die Straße zu gehen! Die MLPD tut dies mit der Forderung nach einem gründlichen und kostenlosen einheitlichen Schulsystem von der KiTa bis zur Hochschule sowie Entlastung der Familien. Die Genossinnen und Genossen der MLPD sind aktiv für höhere Löhne und Gehälter und wenden sich nicht zuletzt gegen alle Niedriglohnbereiche und schlechtere Bezahlung von Frauen. Sie steht konsequent an der Seite der Beschäftigten mit der Vision eines Gesellschaftssystems, in dem eine allseitige Ausbildung der Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen Leitlinie des Erziehungs- und Bildungssystems geworden ist - dem echten Sozialismus.