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Kobanê: Der humanitäre Korridor ist überlebenswichtig

Kobanê: Der humanitäre Korridor ist überlebenswichtig
Nassan Ahmed, Gesundheitsminister von Kobanê

09.05.15 - Vor kurzem war er noch als Arzt tätig. Heute ist er Gesundheitsminister des Kantons Kobanê in Rojava (Westkurdistan/Syrien). Nassan Ahmad ist derzeit auf Besuch in Deutschland. Heute Vormittag gab es eine Informationsveranstaltung in der "Horster Mitte" in Gelsenkirchen.

"Kobanê ist immer noch von vier Seiten eingeschlossen", berichtet der engagierte Mediziner, "drei Seiten von den unmenschlichen ISIS-Banden und eine Seite von der Türkei". Noch nicht einmal verletzte Kämpferinnen und Kämpfer können evakuiert werden. Ruhe und Entschlossenheit sind dabei jeder seine Gesten anzumerken, wenn Nassan Ahmad berichtet.

Roland Meister, Anwalt und für die MLPD aktiv bei der Vorbereitung der ICOR-Solidaritätsbrigaden nach Kobanê, berichtet, dass ein humanitärer Zugang von der Türkei nach Kobanê völkerrechtlich und auch laut der Genfer Konvention unumgänglich sei. Monika Gärtner-Engel, Ratsfrau in Gelsenkirchen, hat den Antrag in den Stadtrat gebracht, eine Partnerschaft zwischen Gelsenkirchen und Kobanê einzugehen. Dabei wäre Gelsenkirchen in guter Gesellschaft, wurde doch Rom vor wenigen Tagen bereits Partnerstadt von Kobanê.

Linus Schreurs vom Jugendverband REBELL, Ayten Kaplan von NavDem, zwei engagierte Mediziner aus Gelsenkirchen, Mohammed Ibrahim, ein syrisch-kurdischer Gelsenkirchener aus Rojava, und Professor Christian Jooß lieferten Informationen über die Solidaritätsbrigaden, den ökologisch-demokratischen Aspekt des Wiederaufbaus von Kobanê, die Solidarität unter Medizinern und Apothekern, die sich wie ein Schneeballsystem ausbreitet, sowie über die Interessen der NATO in der Region.

Nassan Ahmad beantwortete Fragen nach der Lage der Kinder und Frauen, aber auch, wie man den Kampf um einen humanitären Korridor unterstützen kann. Eine Gelegenheit dazu wird die Zukunftsdemonstration am 23. Mai in Essen sein. Dort wird die Forderung nach einem humanitären Korridor mit im Zentrum stehen, so Monika Gärtner-Engel.

Ein ausführlicherer Bericht über die Veranstaltung in der nächsten Ausgabe der "Rote Fahne" (hier bestellen).