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Platinbergbau-Konzern Lonmin plant Vernichtung von 3.500 Arbeitsplätzen in Südafrika

Platinbergbau-Konzern Lonmin plant Vernichtung von 3.500 Arbeitsplätzen in Südafrika
Demonstration während des Streiks der Platin-Bergarbeiter für eine 12-prozentige Lohnerhöhung

17.05.15 - Der britische Bergbaukonzern Lonmin hat angekündigt, 3.500 Arbeitsplätze in seinen Minen in Südafrika zu vernichten. Das sind 10 Prozent der Belegschaft des Konzerns. Lonmin ist verantwortlich für das Massaker an 34 streikenden Platinbergleuten in Marikana im August 2012, bei dem zum ersten Mal die aus der Anti-Apartheid-Bewegung hervorgegangene ANC-Regierung auf Arbeiter schießen ließ. Dieses Fanal nach 20 Jahren relativer Ruhe im Klassenkampf in Südafrika führte zu einer Welle von selbständigen Massenstreiks der Bergleute und 2014 zum längsten - fünfmonatigen - Streik der Platinbergleute in der Geschichte Südafrikas.

Der führende Platin-Konzern Anglo-Platinum hatte bereits 2013 die Vernichtung von 14.000 Arbeitsplätzen geplant - was massive Proteste auslöste. Es wurden schließlich "nur" 6.000 Arbeitsplätze wegrationalisiert. Anglo Platinum will nun mehrere Bergwerke verkaufen. Auch der Branchenzweite, Impala Platinum, hat im Februar 2015 verkündet, fünf Bergwerke zu schließen und eines zu verkaufen. Begründet wird dies mit den fallenden Platinpreisen.

Insgesamt wurden im Platinbergbau 35.000 Stellen seit 2012 vernichtet. Die kampferprobten Bergleute wollen diese massiven Angriffe nicht kampflos hinnehmen. Die Gewerkschaften kündigten Widerstand an. Die Gewerkschaft NUM (National Union of Mineworkers - Nationale Gewerkschaft der Minenarbeiter) will vor Gericht gegen die Pläne klagen. Die Massenkämpfe der Bergleute und Automobilarbeiter seit 2012 haben die Klassenzusammenarbeitspolitik der Gewerkschaftsführungen und die Politik der ANC-Regierung in eine tiefe Krise gestürzt.

Der Dachverband COSATU hatte die Metallarbeitergewerkschaft aufgrund ihrer Weigerung, zur Wahl des ANC aufzurufen, ausgeschlossen. Es gibt intensive Auseinandersetzungen in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung Südafrikas, welchen Weg die Gewerkschaften gehen müssen: konsequent für die Interessen der Arbeiter und ihrer Familien kämpfen oder sich der korrupten Politik einiger Gewerkschaftsführer und der ANC-Führung unter Präsident Zuma unterordnen.

Auf dem Pfingstjugendtreffen am 23./24.Mai in Gelsenkirchen gibt es die Gelegenheit, mit der Deutsch-Südafrikanischen Freundschaftsgesellschaft MARIKANA über die Entwicklung in Südafrika zu diskutieren und darüber, wie gerade im Bergbau und in der Automobilindustrie die Kämpfe der Arbeiter gegenseitig unterstützt und international koordiniert werden können. Am besten Mitglied werden bei MARIKANA!