Wirtschaft

Siemens-Konzern will dieses Jahr 13.500 Arbeitsplätze streichen

Siemens-Konzern will dieses Jahr 13.500 Arbeitsplätze streichen
foto: surber

Frankfurt/Main (Korrespondenz), 11.05.15: Am vergangenen Donnerstag hat der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser bei der Vorstellung der Quartalszahlen in London den Abbau weiterer 4.500 Stellen angekündigt. Scheibchenweise kommen immer neue Details des Konzernumbaus an die Öffentlichkeit, der Siemens weltweit wieder auf die Überholspur bringen soll.

Nachdem die Schlacht um die Übernahme von Alstom letztes Jahr gegen General Electric verloren wurde, kommt der Konzern auch durch den Vormarsch der Erneuerbaren Energien im Kerngeschäft der Energieerzeugung unter Druck. Noch im Februar war der Abbau von 7.800 Arbeitsplätzen vor allem in der Verwaltung verkündet worden. Zuvor schon im Oktober wurde der Wegfall von 1.200 Stellen bei "Power&Gas" gemeldet. Jetzt sollen es also in diesem Jahr insgesamt 13.500 sein. 950 davon im größten NRW-Werk in Mülheim, berichtet der WDR.

"Siemens ist im internationalen Konkurrenzkampf zurückgefallen", so die nüchterne Erklärung eines Kollegen aus dem Werk in Frankfurt-Fechenheim. "Das soll auf unserem Rücken durch weiteren Stellenabbau und eine weitere Arbeitsverdichtung aufgeholt werden, die schon jetzt nicht mehr akzeptabel ist. Das, was Joe Kaeser jetzt verkündet hat, war für uns keine wirkliche Überraschung, verunsichert aber doch viele langjährige Leiharbeiter und ist eine Provokation für alle Siemens-Kollegen - egal ob in Deutschland oder weltweit."