Betrieb und Gewerkschaft

Große Empörung über Ablehnung der Forderungen im Erziehungs- und Sozialdienst

Große Empörung über Ablehnung der Forderungen im Erziehungs- und Sozialdienst
rf-foto

Hamburg (Korrespondenz), 29.05.15: Am Dienstag, den 26. Mai, versammelten sich rund 1.500 Eltern, Kinder, Erzieherinnen und Erzieher auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz, um für die Durchsetzung der ver.di-Forderungen im Erziehungs- und Sozialdienst zu demonstrieren. Die Mehrzahl der Eltern steht hinter den berechtigten Forderungen der Streikenden und wünscht sich Kindertagesstätten, in denen die Kinder nicht nur verwahrt werden. 

Gerade in Hamburg fühlen sich die Eltern durch den SPD/Grünen-Senat und besonders vom Bürgermeister Olaf Scholz betrogen, der den Eltern eine sorglose Grundbetreuung versprochen hat. Nach einer Spontandemo zum Rathaus überrumpelten die Eltern mit ihren Kindern die überraschten Wachen und stürmten es friedlich.

Mit dem längsten Streik in diesem Bereich kommen viele Eltern in schwierige Lagen, weil Urlaub und andere Freizeitmöglichkeiten nach über zwei Wochen Streik ausgeschöpft sind. Um die Betreuung der Kinder bei Berufstätigkeit zu lösen, aber den streikenden Erzieherinnen nicht in den Rücken zu fallen, sind verschiedene Initiativen in Stadtteilen Hamburgs entstanden.

Solidarität bekamen die Demonstranten auch von Beschäftigten bei DHL, die gegen das Unterlaufen des Tarifvertrags durch die Gründung von DHL Delivery protestierten.

Der Einsatz der MLPD bei der Demo polarisierte. Einige forderten, die Fahne einzurollen. Gleichzeitig fand das "Klartext"-Flugblatt zum Streik reißenden Absatz und konnten mehrere Exemplare der "Roten Fahne" zum Erzieherinnen-Streik verkauft werden.