Umwelt

Pariser Klimakonferenz findet "geeignete Schutzpatrone"

Pariser Klimakonferenz findet "geeignete Schutzpatrone"
Proteste gegen die Zerstörung von Mangrovenwäldern wegen des Neubaus eines Kohlekraftwerks in Bangladesch (foto: Zillur Eahman)

Paris (Korrespondenz), 30.05.15: Auf dem "UNO-Klimagipfel COP 21" im Dezember 2015 in Paris soll ein weltweites Abkommen für Maßnahmen gegen die weitere Erderwärmung - ein Nachfolgevertrag für das "Kyoto-Abkommen" - ausgehandelt werden. Ob das zustande kommt, steht in den Sternen. Ungeachtet dessen werden die Kosten der Konferenz jetzt schon auf 170 Millionen Euro geschätzt. Es werden 40.000 offizielle Teilnehmer, darunter 3.000 Journalisten erwartet.

Nach Aussagen des französischen Außenministers Laurent Fabius wird sich der private Unternehmenssektor mit 20 Prozent an der Finanzierung der Pariser Klimakonferenz beteiligen. Ein Ziel sei, die Kosten für die Steuerzahler zu verringern – diese werden jedoch auch weiterhin mit mindestens 130 Millionen Euro zur Kasse gebeten.

Die neuen "Schutzherren" der Konferenz würden einer strengen Auswahl unterworfen, versicherte Fabius: nur Großfirmen mit "klimakompatiblen Aktivitäten" seien zugelassen. Und so finden sich unter den Mäzenen der Konferenz die französische Gruppe EDF sowie der neue Großkonzern "Engie", entstanden aus der Fusion von "Gaz de France" und Suez, alles Betreiber der französischen Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke. Weitere Sponsoren sind unter anderem Air France, Axa, Michelin, Renault Nissan und der schwedische Konzern Ikea, dessen Möbelholz keineswegs immer umweltfreundlich geschlagen wird.

Die Umweltbewegung Frankreichs protestiert, dass damit die größten Umweltverschmutzer ins Boot geholt werden. Zahlreiche Gegenaktionen werden vom 28. November bis 12. Dezember vorbereitet. Sie müssen ein Schritt hin zur einer organisierten internationalen Widerstandsfront werden!