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Trauer und Wut - erster Jahrestag des Grubenunglücks in Soma

Trauer und Wut - erster Jahrestag des Grubenunglücks in Soma
Erinnerungsmarsch an die toten Kumpel von Soma (foto: ANF)

Essen (Korrespondenz), 26.05.15: Am 13. Mai, dem ersten Jahrestag des Soma-Grubenunglücks, bei dem 301 Kumpels getötet wurden, kam es in Soma zu verschiedenen Gedenkveranstaltungen. Die Nachrichtenagentur ANF berichtet:

"Am ersten Jahrestag fanden in Soma Gedenkveranstaltungen auf dem Friedhof statt, vor der Denkmal zur Erinnerung an die Bergleute und im Zentrum der Stadt. Das Fehlen von Sicherheitsmaßnahmen in der Zeche war die Hauptursache für die Katastrophe in der Mine und kostete das Leben von 301 Arbeitern. Den Arbeitern, die ihr Leben in dieser Katastrophe verloren haben, wurde heute in Soma in verschiedener Weise gedacht. Die Familien der Bergleute besuchten den Friedhof am frühen Morgen. Auf Fragen gab es immer wieder die gleichen Antworten: 'Wir sind immer noch in tiefer Trauer nach einem Jahr. Die uns gegebenen Versprechen wurden nicht eingehalten.' Im Zentrum der Stadt waren an den Läden und Fenstern Transparente angebracht, auf denen stand: 'Vergesst Soma nicht!' ...

Der Vertreter des Gewerkschaftsdachverbandes DISK, Kani Beko, hielt eine Rede im Namen der Arbeiterorganisationen und betonte, dass das Grubenunglück in Soma kein Zufall war, sondern ein Massaker. Er fügte hinzu, dass die, die für das Massaker verantwortlich sind, dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Er sagte, dass die türkische Erdogan-Regierung die Warnungen über unzureichenden Schutz und Arbeitssicherheit nicht ernst genommen hat."