Politik

Siemens-Aktionstag: Tausende Beschäftigte sind im Streik

Siemens-Aktionstag: Tausende Beschäftigte sind im Streik
Das Flugblatt der MLPD zum Siemens-Aktionstag

09.06.15 - An verschiedenen Siemensstandorten in ganz Deutschland hatte die IG Metall zu einem bundesweiten Siemens-Aktionstag aufgerufen. Tausende Beschäftigte des Elektro-Monopols streikten und legten die Arbeit nieder. In Bocholt mit 2.000 Beschäftigten und Mülheim an der Ruhr legten die Kolleginnen und Kollegen die Arbeit nieder. Die Hauptkundgebung fand in Duisburg statt. In Berlin-Siemensstadt waren nach Angaben der Gewerkschaft 1.500 Kolleginnen und Kollegen im Streik. In Nürnberg waren 1.200 Siemensianerinnen und Siemensianer im Arbeitskampf.

Der Grund für die Wut der Kolleginnen und Kollegen sind die seit langem bekannten Kürzungspläne des Siemens-Vorstands rund um das Arbeitplatzvernichtungsprogramm "Vision 2020". Die MLPD hatte in einem Flugblatt mit der Überschrift "Konzernweit und länderübergreifend - Kampf um jeden Arbeitsplatz" offen gelegt, dass 13.500 Arbeitsplätze, mehr als 6.000 davon in Deutschland vom Konzern vernichtet werden sollen, um bei den weltweiten Big-Playern weiter eine wichtige Rolle spielen zu können (hier geht es zum Flugblatt).

Dieser Aktionstag könnte ein erster Schritt dazu sein, konzernweit den Kampf um jeden Arbeitsplatz aufzunehmen. Die MLPD propagiert bei den Streiks und Aktionen die Forderung nach dem Kampf um jeden Arbeitsplatz und für das vollständige und allseitige gesetzliche Streikrecht.

Ein Korrespondent aus Berlin berichtet von der dortigen Aktion: "Die Kollegen haben sich in Moabit am Siemens-Turbinenwerk getroffen und sind zur Betriebsversammlung ins Zentrum marschiert. Beteiligt waren etwa 3.000 Kolleginnen und Kollegen. Obwohl es keinen Lautsprecherwagen gab, war es eine lebendige Aktion mit vielen Schildern und Protesttransparenten."

Solidarisch aktiv waren verschiedene fortschrittliche Organisationen, so auch die Umweltgewerkschaft: "Wir haben bei diesem Protestmarsch eine Solidaritätserklärung verteilt und für eine Fracking-Veranstaltung mobilisiert. Außerdem haben wir die Auseinandersetzung darüber geführt, dass Siemens jetzt groß in die Fracking-Technologie einsteigen will und dass wir als Umweltgewerkschaft dagegen den Zusammenschluss von Umweltschützern und Arbeitern organisieren wollen. Damit eine starke Kraft entsteht, die diesem Treiben und dieser Entwicklung ein Ende setzen kann."

Zum Redaktionsschluss liefen die Aktionen noch. In Berlin waren zur Stunde nach wie vor 1.500 Kollegen auf der Straße!

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