Betrieb und Gewerkschaft

Streik im kommunalen Eriehungs- und Sozialdienst ausgesetzt - wir bleiben kampfbereit!

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 08.06.15: Wut, Enttäuschung, Unsicherheit waren die ersten Reaktionen auf die nun angerufene Schlichtung in der Tarifauseinandersetzung im kommunalen Erziehungs- und Sozialdienst. Am 4. Juni trafen sich die Delegierten auf der bundesweiten Streikdelegiertenversammlung, um das zu verarbeiten und die nächsten Schritte zu beraten.

Dort erklärte Frank Bsirske, dass der VKA (Verband der kommunalen Arbeitgeber) am frühen Morgen die Schlichtung beantragt habe. Im öffentlichen Dienst gilt die Regelung, wenn eine Seite die Schlichtung anruft, dann ist das bindend. Der Streik wird ausgesetzt, es gilt Friedenspflicht. Eine neue Vereinbarung, die nach den letzten großen Streiks im öffentlichen Dienst durchgesetzt wurde. Daran wird deutlich, wie wichtig die Forderung nach einem allseitigen und vollständigen gesetzlichen Streikrecht ist.

Der VKA legte lächerliche Angebote vor, die unsere Berufsgruppen spalten sollen und nur wenigen Beschäftigten Brosamen zukommen lassen würden. Ein Kollege aus der Tarifkommission brachte es auf den Punkt: "Es ist leichter, Pudding an die Wand zu nageln!"

Das Ergebnis der Versammlung war eindeutig: Jetzt nicht nachlassen, nicht abwarten - wir müssen aktiv und sichtbar bleiben! Wir haben den Streik mit einer Urabstimmung angefangen, der Streik ist nur ausgesetzt! Und es geht darum, mehr Öffentlichkeit herzustellen und Solidarität zu entwickeln! So sind bereits für Samstag, 13. Juni, größere Veranstaltungen des DGB dazu geplant, unter anderem in Köln. Auf der verdi-Internetseite können sich alle weiter informieren und als Unterstützer (Einzelpersonen, Organisationen, Vereine) eintragen. Jetzt erst recht!