Betrieb und Gewerkschaft

Ab Montag unbefristeter Streik auch bei der Berliner Charité

Ab Montag unbefristeter Streik auch bei der Berliner Charité
Eingang zum Gelände der Charité in Berlin-Mitte (foto: Manfred Brückels)

Berlin (Korrespondenz), 19.06.15: Am 22. Juni um 6 Uhr beginnt auch bei der Berliner Charité ein unbefristeter Streik. Mit einem Eilantrag wollte der Charité-Vorstand das noch verhindern. Interessant ist die Begründung des Antrags: ein Streik in der Charité würde die Patienten und die Krankenversorgung gefährden und sei somit nicht zulässig. Wäre der Antrag durchgekommen, hätte dies ein faktisches Streikverbot in Krankenhäusern bedeutet und das ohnehin schon eingeschränkte Streikrecht noch weiter beschnitten. Diese politische Auseinandersetzung mit bundesweiter Bedeutung wollte das Arbeitsgericht offensichtlich nicht forcieren und wies den Eilantrag erst einmal zurück.

Der Streik wird für mehr Personal, Mindestbesetzungen und Leistungseinschränkungen geführt, wenn die Personalschlüssel nicht erfüllt werden. Alle Beschäftigen sind zur Beteiligung aufgerufen. Im Betrieb herrscht ein explosive Stimmung und Empörung über den Charité-Vorstand sowie den Berliner Senat. Seit Jahren wurde die Ausbeutung der Beschäftigten ohne jede Rücksicht auf die Spitze getrieben. Die Kolleginnen und Kollegen sagen, diese Zustände gefährden die Patienten, nicht unser Streik.

Die Streikaktivisten rufen die Berliner zur Solidarität mit dem Streik und gegen den Versuch des gerichtlichen Verbots auf. Kommt zu den Streikorten mit euren Solidaritätsbotschaften! Kommt zur Demonstration am Dienstag, 23. Juni, ab 15.30 Uhr (Charité Mitte, Schumannstraße)!

Angesichts der gleichzeitigen Streiks der Post-Kollegen, der Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialdienst sowie im Großhandel wird auch ein gemeinsamer Aktionstag überlegt.