Politik

Betriebsversammlung bei Ford in Köln - Kolleginnen und Kollegen sauer über "Kranken"-Hetze

Betriebsversammlung bei Ford in Köln - Kolleginnen und Kollegen sauer über "Kranken"-Hetze
Die Kölner Ford-Belegschaft ist kampferprobt, wie hier beim Warnstreik 2013 (rf-foto)

Köln (Korrespondenz), 18.06.15: Am Montag, 15. Juni, fand die zweite Betriebsversammlung dieses Jahr bei Ford statt. Die Geschäftsleitung, vertreten durch R. Ludwig, griff wiederholt die Kolleginnen und Kollegen vor allem der Produktion an, sie seien zu viel krank. Sie hätten den schlechtesten Schnitt aller Ford-Werke und in der Autoindustrie – hätte man das damals gewusst, wäre bestimmt keine "Standortsicherungsvereinbarung" zustande gekommen, wie sie letztes Jahr abgeschlossen wurde.

Dass Ford aber seine Arbeitshetze und Ausbeutung immer weiter steigert und der Druck auf die Kolleginnen und Kollegen immer höher wird, das spielt für die Geschäftsleitung keine Rolle. So werden im ersten Halbjahr Sonderschichten gefahren, um angeblich die starken Absatzzahlen zu bedienen. Nach dem Sommer sollen dann die Stückzahlen um mehrere hundert Einheiten runter gehen, dafür fliegen dann alle Leiharbeiter wieder mal raus!

Die Linien werden umgestellt. Die Kolleginnen und Kollegen sind es satt, dass die Absatzschwankungen und Krisen des Kapitalismus auf ihrem Rücken abgeladen werden, so eine Kollegin. Viele Redner griffen die schlechten Arbeitsbedingungen in der Produktion an und forderten die Geschäftsleitung auf, die Leiharbeiter fest einzustellen. Mit der Reduzierung der Arbeitszeit könnte man auch Arbeitsplätze schaffen, so Wittich Roßmann von der IG Metall.

Ein Vertrauensmann forderte die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Das ist genau richtig! Seit 1995 gab es keine Reduzierung der Arbeitszeit mehr, obwohl die Produktivität enorm gestiegen ist.

Eine Vertrauensfrau rief zur Solidarität mit Kobanê auf, um den humanitären Korridor an der türkischen Grenze durchzusetzen. Nur so können Hilfsgüter, Werkzeuge und Helfer in die Stadt Kobanê reisen, um dort beim Wiederaufbau zu helfen.