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Heimtückische Terrorattacken auf Zivilbevölkerung in Kobanê

27.06.15 - "rf-news" veröffentlicht ein aktuelles Interview mit Ibrahim Najj Khalil Bürgermeister von Kobanê

Was ist am Donnerstag, den 25. Juni 2015, in Kobanê passiert?

Der „IS“ ist in zwei Gruppen in die Stadt eingedrungen. Eine kam vom Süden als YPG-Kämpfer verkleidet und die zweite Gruppe über die türkische Grenze.

Wurde dieses abscheuliche Massaker selbständig vom „IS“ durchgeführt oder hat er Unterstützung erhalten?

Sicher hatten sie Unterstützung, denn ihre Stellungen sind mindestens 35 Kilometer von Kobanê entfernt. Anhänger von ihnen kamen mit dem Flüchtlingsstrom von Tal Abjat und waren als Schläfergruppen in der Stadt. Ein Teil ist mit unseren Angehörigen, die von der Türkei zurückkamen, mitgekommen. Und diese Schläferzellen waren ein Potential an Personal. Diese erhielten ihre Waffen von einer Gruppe, die als YPG-Kämpfer verkleidet mit Fahrzeugen in die Stadt kamen.

Eine Frau berichtet, dass sie diese Gruppen mit einem Akzent und in Formulierungen sprechen hörte, die von dem Regime aus Damaskus bekannt sind.

Sie wollten so viele Zivilisten wie möglich töten. Sobald die Menschen ihre Türen öffneten, wurden alle erschossen.

Diese Terroristen scheinen schon lange in Kobanê gewesen zu sein. Sie kannten sich gut aus und suchten sich wichtige Stellen aus, wo sich viele Zivilisten aufhalten. Dort haben sie ihre Scharfschützen verteilt, bevor ihr Terrorakt begann. Als die Menschen in Kobanê die Schüsse hörten, dachten sie, dass wieder ein Sieg errungen wurde. Deswegen kamen die Menschen auf die Straße. Als sie auf der Straße waren, wurden sie erschossen.

Wie viele Opfer hat dieser faschistische Angriff gefordert?

Eine genaue Zahl ist noch nicht bekannt. Bestätigt sind bis jetzt 161 zivile Todesopfer.

Wie ist die Stimmung in Kobanê?

Das hat die Stimmung geschwächt und gestärkt. Bei den patriotischen Menschen ist die Stimmung gewachsen, ihre Stadt zu verteidigen. Bei denen, bei denen die Zuversicht nicht so stark war, ist die Hoffnung gesunken. Ihr braucht euch nicht wundern, wenn morgen eine lange Schlange am Grenztor ist. Es gibt jetzt nur noch die, die flüchten oder die, die für den Befreiungskampf stehen.