Umwelt

Hochschulveranstaltung: Fracking und Giftmüll unter Tage – Wie verhindern wir die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen?

Hochschulveranstaltung: Fracking und Giftmüll unter Tage – Wie verhindern wir die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen?
Veranstaltung an der Westfälischen Hochschule Recklinghausen (rf-foto)

Recklinghausen (Korrespondenz), 27.06.15: Darüber diskutierten um die 70 Besucherinnen und Besucher im Hörsaal am Dienstag, dem 18. Juni 2015, auf einer Podiumsveranstaltung mit Werner Engelhardt und Andreas Tadysiak an der Westfälischen Hochschule Recklinghausen.

Werner Engelhardt ist Politologe und leitet im Vorstand der Umweltgewerkschaft den Fachbereich "Fracking". Kompetent zeigte er die unglaubliche Zerstörung und Schäden dieser Gasfördermethode für Mensch und Umwelt auf. Seine überzeugende Forderung: Fracking gehört gänzlich verboten.

Diese Meinung teilte Bergmann Andreas Tadysiak, Vertrauensmann in der IGBCE und Koordinator der International Miners Coordination (IMC). Er machte noch auf eine weitere Gefahr aufmerksam: In den 1980er und 1990er Jahren lagerte die RAG 1,6 Mio. Tonnen Müll in Bergwerke unter dem gesamten Ruhrgebiet ein. 600.000 Tonnen davon sind hochgiftiger Sondermüll. Mit der geplanten Zechenstilllegung will die RAG das Abpumpen zurückfahren und das Grubenwasser bis auf auf 600 m ansteigen lassen. Damit riskiert sie mutwillig eine weitreichende Vergiftung des Grundwassers. Er wies auch auf den Zusammenhang zwischen ökologischer und sozialer Frage hin. Die Flutung der Zechen brächte nicht nur unabsehbare Risiken für Mensch und unsere Umwelt, sondern bedeutete auch die Vernichtung von mehreren tausend Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet.

In der anschließenden Diskussion meldeten sich viele Besucher zu Wort. Die Empörung über die Giftmülleinlagerungen war groß, die Frackingpläne stießen auf einhellige Ablehnung. Die Zechen sollten offen und der Zugang zur Kohle erhalten bleiben. Nicht um sie zu verbrennen, sondern als einen wertvollen Rohstoff der Zukunft.