Wirtschaft

Streik an der Berliner Charité hat machtvoll begonnen

Streik an der Berliner Charité hat machtvoll begonnen
Die Kolleginnen und Kollegen an der Charité sind nicht allein. Wie hier am Marien-Krankenhaus in Siegen zeigen Belegschaften ihre Solidarität (rf-foto)

Berlin (Korrespondenz), 23.06.15:  Es streiken nicht nur die 4.000 Pflegekräfte, das wird immer wieder in den Medien behauptet, um die Belegschaft zu spalten. Ganz bewusst hat ver.di alle ca. 14.000 Beschäftigten der Charité zum Streik aufgerufen. Ärzte, Beschäftigte der Fakultät, Pflege, Arbeiter, Techniker, Verwaltungsangestellte und natürlich auch die Azubis. Die Arbeitsbedingungen sind überall katastrophal.

Der Streik hat so auch gleich machtvoll begonnen. Am Montagmorgen wurde die Schließung und Teilschließung vieler Stationen durchgesetzt, obwohl die Charité vielerorts versucht hat, die Bereiche noch übers Wochenende mit Patienten zu belegen. Es haben sich auch Beschäftigte aus vielen Bereichen beteiligt und genießen die Unterstützung auch vieler Ärzte. Die Empörung über den Versuch des Charité-Vorstandes, die Streikenden als verantwortungslos gegenüber den Patienten in der Öffentlichkeit und mit riesigem Aufkleber in der ganzen Klinik zu diskreditieren, ist groß und veranlasst etliche Kollegen, sich jetzt erst recht am Streik zu beteiligen. Die gleiche Wirkung hat der Versuch des Vorstands den Streik gerichtlich zu verbieten. Bereits am Freitag wurde auf einer Solidaritätsveranstaltung deutlich, dass man gemeinsam mit den streikenden Kollegen der Post, Erzieher, Einzelhandel usw. kämpfen will.