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MLPD Landesleitung Ost protestiert gegen rassistischen Vorfall

MLPD Landesleitung Ost protestiert gegen rassistischen Vorfall

13.07.15 - In Berlin-Lichterfelde hat sich ein empörender rassistischer Vorfall ereignet. Dazu schreibt die Landesleitung Ost der MLPD in einem öffentlichen Protestschreiben: „Eine junge afrikanische Frau wurde am 1. Juli in einem dm (Drogeriemarkt) in Berlin-Lichterfelde rassistisch angegriffen. Eine andere Kundin sagte zu ihr beim Betreten des Ladens: 'Ich will nicht mit einer Niggerin zusammen einkaufen.' Die Angegriffene holte die Polizei, und die Verkäuferinnen und mehrere andere Kundinnen waren sehr solidarisch. Die Rassistin wurde sogar nicht mehr aus dem Laden gelassen, der verschlossen wurde, bis die Polizei kam.

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine beunruhigende Entwicklung: So sind die Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 27 Prozent gestiegen. Laut der Amadeo-Antonio-Stiftung wurden 87 Anschläge auf Flüchjtlingsheime gezählt, darunter waren acht Brandattacken, 79 Stein- und Böllerwürfe, Randale, Schmierereien sowie 59 rassistische Kundgebungen. Weiterhin sind die täglichen Angriffe auf Flüchtlinge um 7 Prozent gestiegen. Es handelt sich um 18 Übergriffe mit 31 Verletzten.

Wohl gemerkt: Die Haupttendenz unter den Massen ist nach wie vor der Antifaschismus und es gibt eine überwältigende solidarische Hilfe für Flüchtlinge in Deutschland, aber Vorgänge wie im sächsischen Freital sind eine Entwicklung, vor der die Augen nicht verschlossen werden dürfen.

Entsprechend protestiert die Landesleitung Ost auch völlig zu Recht gegen das weitere Vorgehen der Polizei infolge des rassistischen Angriffs in Berlin: „Empörend war das Verhalten eines Polizisten. Dieser sagte wörtlich: 'Niggerin ist keine rassistische Beleidigung. Wir haben Meinungsfreiheit. Sie haben keine Zeugen, sie sollten besser keine Anzeige erstatten.' Die Rassistin log vor der Polizei und behauptete, die Beleidigung nie ausgesprochen zu haben. Dagegen hat die afrikanische Kollegin protestiert, und die Anzeige trotzdem erstattet. Ein zweiter Polizist hat sie auch unterstützt. Die MLPD Landesleitung Nord-Ost spricht ihr die volle Solidarität aus.

Nigger ist ganz eindeutig eine rassistische Beleidigung. Der Ausdruck entwickelte sich in den USA aus dem spanischen Wort negro (schwarz), als dort schwarze, aus Afrika verschleppte Menschen Sklavenarbeit verrichten mussten. Weiterhin polarisiert die Flüchtlingsfrage die gesellschaftliche Auseinandersetzung. Dies passiert seit dem Aufkommen und Rückgang der sogenannten 'Pegida'-Bewegung, ein Sammelbecken offen neofaschistischer Kräfte wie der NPD, dubioser Terrorbewegungen wie der 'HogeSa' und faschistoider und ultrareaktionärer Organisationen wie der AfD. Sie machen Ausländer zu Sündenböcken einer bürgerlichen Politik, die sich rein an den Monopolinteressen orientiert.

Neu ist allerdings, dass es unter den Massen eine bislang nicht gekannte Welle der Unterstützung und Solidarität mit Flüchtlingen gibt. Viele Einrichtungen können sich vor Hilfsangeboten kaum retten. Kein Aufmarsch der Faschisten wird nicht von engagierten Gegendemonstranten bekämpft.“