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Paketfahrerstreik in den Niederlanden - "Rode Morgen" organisiert Solidarität

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 17.07.15: Seit Dienstag, 14. Juli, streiken in den Niederlanden die Paketfahrer selbständig und landesweit. Der vollständig privatisierte Betrieb "PostNL" betreibt seinen Paketdienst hauptsächlich mit Subunternehmern (vergleichbar Ich-AG's). Denen platzte jetzt nach 2013 zum zweiten Mal der Kragen wegen unzumutbarer Arbeits- und Lohnbedingungen.

Um einigermaßen über die Runden zu kommen, sind Arbeitszeiten von 12 bis 14 Stunden (am Steuer) die Regel. Deshalb fordern sie 30 Euro pro Stunde und einen Acht-Stunden-Tag, da sie alle Kosten wie Fahrzeug und was dazugehört, selbst bezahlen müssen.

Seit 2013 haben sie sich gut vernetzt in einer Vereinigung für Paketfahrer und konnten so schnell selbständige Streikkomitees an etlichen Paketdepots einrichten. Die meisten der "scheinselbständigen" Kolleginnen und Kollegen fordern auch eine Festanstellung bei "PostNL" zum dort gültigen Tarifvertrag und die Rücknahme der Verpflichtung zur "Weiterbildung" durch "PostNL", die sie in ihrer "Freizeit" ableisten und mit 2.000 bis 3.000 Euro selbst bezahlen müssen.

Die Betriebszeitung PiB ("Post in Beweging") für "PostNL" der ICOR-Organisation "Rode Morgen" hat bereits am 12. Juli ein Flugblatt zur Unterstützung des nahenden Streiks herausgegeben und seit 16. Juli auch eine Website zur aktuellen Entwicklung und Solidarität eingerichtet (https://postinbewegingdotcom.wordpress.com/).