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Türkische Revolutionärin von Polizei ermordet

Türkische Revolutionärin von Polizei ermordet
Günay Özarslan

27.05.15 - Im Rahmen der landesweiten Razzia der türkischen Polizei am letzten Freitag mit hunderten Festnahmen wurde im Istanbuler Stadtteil Bagcilar Günay Özarslan, Mitglied der linken Organisation "Volksfront", von Polizeieinheiten regelrecht hingerichtet. In einer Erklärung von "Yorum Bremen" heißt es dazu:

"Die JuristInnen, die mittlerweile den Tatort betreten und Videoaufzeichnungen machen konnten, hielten fest: 'Wie auch anhand der Blutspur am Tatort festzustellen ist, wurde nach Eindringen in den Raum das Feuer eröffnet. Wie auch die Richtung, von der die Polizeikugeln geschossen wurden, zeigt, wurde von innen geschossen, es gibt zwei Einschüsse im Fenster.' Die AnwältInnen sprechen von extralegaler Hinrichtung und Verdunkelung von Beweismitteln.

Weiter berichtet das Anwaltskollektiv, dass die Leiche der ermordeten Günay Özarslan ihrer Familie nicht übergeben wird und die Polizei sagt 'Wir werden sie begraben'.

Angehörige der Hilfsorganisation für Gefangene TAYAD wurden vor dem gerichtsmedizinischen Institut auf dem Boden umhergezogen und festgenommen, während sie für die Herausgabe des Leichnams von Günay Özarslan protestierten."

Inzwischen hat die Polizei den Leichnam herausgegeben, belagert nun aber das Alevitische Gemeindehaus, in das er gebracht wurde, sowie das gesamte Stadtviertel mit Wasserwerfern und Panzern. Wiederholt wurden Gasbomben in das Gebäude geschossen - offenbar um zu verhindern, dass die Leiche bestattet wird.