Betrieb und Gewerkschaft

IG-Metall-Aktionstag gegen Werkverträge in Automobil-Betrieben

IG-Metall-Aktionstag gegen Werkverträge in Automobil-Betrieben
Das sagen Automobilarbeiter bei Daimler Sindelfingen dazu (rf-foto)

11.08.15 - Am 24. September sollen bundesweit Kundgebungen der IG Metall gegen die "missbräuchliche Anwendung von Werkverträgen in der Automobilindustrie" vor den Betrieben sogenannter OEM-Standorte stattfinden (Original Equipment Manufacturer = Originalausrüstungshersteller). Während in den meisten Branchen damit bestimmte Zulieferer gemeint sind, ist in der Automobilindustrie OEM die übliche Bezeichnung für die Fahrzeughersteller selbst, also für BMW, Ford, Daimler etc. Dazu gehören auch die großen Zulieferfirmen (Bosch, Schäffler usw.) Sie kaufen von anderen Herstellern Produkte bzw. Dienstleistungen, integrieren sie in ihre Autos und verkaufen sie unter dem eigenen Namen weiter.

In mehr als einem Drittel aller Betriebe der Autoindustrie werden zurzeit Werkverträge eingesetzt. Bei BMW in Leipzig wird ca. 30 Prozent der Arbeit von Fremdfirmen geleistet. Auch in vielen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen werden Werkverträge eingesetzt. In der Zentrale von Daimler z.B. arbeiten 25 Prozent aller Beschäftigte auf der Basis von Werkverträgen. Zum Teil werden von den Konzernen extra Firmen geschaffen, mit denen sie dann Werkverträge abschließen.

Die Werkvertrags-Arbeiter haben in der Regel schlechtere Arbeitsbedingungen, erhalten oft weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld und auch keine bezahlten Überstunden. Außerdem sind sie weitgehend rechtlos, z.B. was den Kündigungsschutz betrifft. Sie können deshalb auch leichter zu Streikbrecherarbeiten gezwungen werden. Die Werksverträge werfen ein Schlaglicht auf die Menschenverachtung des kapitalistischen Profitsystems – das gehört ins Zentrum der Kritik. Der bundesweite Aktionstag der IG Metall kann gut dazu genutzt werden, den Kampf gegen den Einsatz von Werkverträgen und die Leiharbeit zum Zwecke des Lohnabbaus und der Spaltung der Arbeiter weiterzuentwickeln.

Deshalb sollte der geplante Aktionstag breit bekannt gemacht werden. Es ist notwendig, in den Betrieben, einzelnen Abteilungen und gewerkschaftlichen Versammlungen darüber zu diskutieren und zu beraten, wie ein mächtiger Aktionstag in der Autobranche mit Aktionen bis zu Streiks und Kundgebungen an allen Standorten geplant und vorbereitet werden kann (mehr dazu in der an diesem Freitag erscheinenden Druckausgabe der "Roten Fahne" - sie kann hier bestellt werden).