Politik

20.08.15 - Spendenaffäre: Schäuble widerspricht Kohl

In Bezug auf die CDU-Spendenaffäre, die 1999/2000 monatelang mit immer neuen Enthüllungen schwelte und die Unionsparteien in eine tiefe Krise stürzte, gibt es eine überraschende Wendung. Ex-Bundeskanzler Kohl hatte stets behauptet, die Parteispitze habe zwei Millionen DM an Schwarzgeldern von einzelnen Spendern erhalten. Deren Namen wolle er aber nicht preisgeben, weil er ihnen sein Ehrenwort darauf gegeben habe. Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte jetzt in einem Interview für einen ARD-Dokumentarfilm: "Es gab keine." Auf die Nachfrage des Journalisten ergänzte er: "Na, weil's aus der Zeit von Flick schwarze Kassen gab." Diese Aussagen unterstreichen, dass Kohl entgegen seinen Beteuerungen tief in das jahrzehntelange System schwarzer Kassen und illegaler Spendenpraktiken der CDU verstrickt war.