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Brutaler Terror kann den Kampf gegen die IS-Faschisten nicht aufhalten

Brutaler Terror kann den Kampf gegen die IS-Faschisten nicht aufhalten
Kämpferin der YPJ gegen IS-Faschisten zur Verteidigung von Kobane

17.08.15 - Grausame Bilder gingen am Wochenende aus der Mittelmeerstadt Sirte in Libyen um die Welt. Eine Revolte gegen den faschistischen IS wurde mit bestialischer Gewalt niedergeschlagen. Es gab bis zu 200 Tote. Ein Krankenhaus wurde in Brand gesteckt. Im Juni hatte der IS-Ableger in Libyen die Stadt mit 100.000 Einwohnern bereits fast vollständig erobert.

Als der islamische Prediger Bin Rajab in seiner Moschee zum Widerstand aufgerufen hatte, wurde er getötet. Daraufhin brach ein Aufstand der Einwohner des Stadtteils, vor allem Angehörigen des Ferjani Stammes aus, die sich weigerten, sich dem IS zu unterwerfen. Nach fünf Tagen wurde er von den militärisch überlegenen IS blutig niedergeschlagen, die Leichen bestialisch verstümmelt und zur Abschreckung öffentlich zur Schau gestellt. Der IS ist eine faschistische Terrororganisation, die die Religion als Vorwand nutzt für ihr barbarisches Gemetzel. Offensichtlich treibt sie die Angst vor weiteren Revolten.

Acht Wochen zuvor befreiten lokale Mudschaheddin die Stadt Derna, weil sie die öffentlichen Enthauptungen und die willkürliche Scharia nicht länger hinnehmen wollten. In Westkurdistan (Nordsyrien) haben die revolutionären Kräfte nach den bedeutenden Erfolgen um die Städte Sarrin und Hassake weitere erfolgreiche militärische Aktionen zur Sicherung dieser Siege durchgeführt. Nach Angaben der US-Regierung wurde der IS im vergangenen Jahr in Nordsyrien aus einem 17.000 Quadratkilometer großen Territorium zurückgedrängt – was etwa der Größe Thüringens entspricht. Der IS habe von der Grenze zwischen Syrien und der Türkei noch etwa 110 Kilometer unter Kontrolle, vor der Vertreibung der Faschisten aus Kobane waren es fast 300 Kilometer.

Die Politik des türkischen Präsidenten Erdogan richtet sich vor allem gegen die Kräfte, die am erfolgreichsten gegen den IS kämpfen - die kurdischen Befreiungseinheiten. Die Kritik an dem türkischen Regime hat sich international verstärkt. Mit der Aufkündigung der Friedensverhandlungen, den Bombenabwürfen auf Stellungen der PKK und auf zivile Dörfer im Nordirak, mit den Razzien und Verhaftungen von 1.300, vor allem fortschrittlichen, demokratischen und revolutionären Menschen, ist Erdogan für die Eskalation in der Türkei verantwortlich.

Das ARD-Magazin "Monitor" hat vergangene Woche anhand von Geheimpapieren nachgewiesen, dass die Merkel/Gabriel-Regierung seit langem darüber unterrichtet war, dass die türkische Regierung "islamistische Terrorgruppen" unterstützt. Inzwischen geht die Bundesregierung deutlich auf Distanz, indem sie überraschend die 250 Soldaten und Patriot Raketen aus der Osttürkei abziehen will, die vor zweieinhalb Jahren stationiert wurden. Auch die USA wollen ihre Raketen abziehen. Der Hintergrund sind deutliche Widersprüche westlicher Regierungen zur Strategie Erdogans und seinen Regionalmachtplänen. Die US-Regierung verkündete, dass sie keine türkischen Angriffe auf die kurdische Befreiungsorganisation YPG tolerieren werde. 

Die Erfolge im Kampf für Freiheit und Demokratie, im Wiederaufbau von Kobane und gegen den faschistischen IS haben zu einem weltweit gewachsenen Ansehen der kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) und der PKK-Guerilla geführt. Civaka Azad, das Kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, veröffentlichte am 10. August einen internationalen Aufruf für den Wiederaufbau von Kobane und die Eröffnung eines humanitären Korridors als einer zentralen Forderung: "Die Türkei weigert sich weiterhin, die Grenzen zu öffnen und Hilfstransporte nach Kobane durchzulassen. ... Daher möchten wir am 15. September 2015, dem Jahrestag der Angriffe auf Kobane, in Pirsus (Suruc) eine internationale Kundgebung mit der Forderung abhalten, dass die Türkei endlich einen humanitären Korridor zulassen muss."

Unterstützt die Internet-Petition "Öffnet die Grenze - Kobanê muss leben!", die inzwischen von über 18.000 Menschen unterschrieben wurde.