Politik

Unhaltbare Zustände in Flüchtlingsheim in Suhl - "Haus der Solidarität" dringend notwendig

Unhaltbare Zustände in Flüchtlingsheim in Suhl - "Haus der Solidarität" dringend notwendig
Kinder und Jugendliche beim Waldfest in Truckenthal werben für die Mitarbeit am "Haus der Solidarität"

21.08.15 - In der Nacht zum Donnerstag kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen in der Erstaufnahme in Suhl, bei der auch die Polizei einschritt. Dieser Vorgang wirft ein Schlaglicht auf die Krise der bürgerlichen Flüchtlingspolitik. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität, verschiedener Kulturkreise und politischer Einstellung werden unter teilweise unmenschlichen Bedingungen zusammenpfercht. Das schürt zwangsläufig Konflikte. Die Unterkunft in Suhl ist mit 1.800 Menschen statt der vorgeschriebenen 1.200 völlig überfüllt. Für das Essen müssen die Flüchtlinge bis zu zwei Stunden anstehen. Die Unterbringung erfolgt in Zimmern ohne Türen, auf Fluren, zum Teil ohne Matratzen und Decken.

Ein völlig anderes Konzept verfolgt das Angebot der Ferien- und Freizeitanlage "Im Waldgrund" in Truckenthal: ein "Haus der Solidarität" für ca. 150 kurdische Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, um sie einzubinden in den fortlaufenden Betrieb der Anlage mit Erholung, Betreuung und Kontakten zu den Gästen sowie kurdischen Vereinen. Bisher wurde dieses Angebot aus der Staatskanzlei der Landesregierung (Linkspartei/SPD/Grüne) mit haltlosen Begründungen abgelehnt:

"Es wird eingeschätzt, dass der Unterbringungsbedarf bis auf Weiteres mit den unmittelbar zur Verfügung stehenden Ressourcen abgedeckt ist."

Dabei war schon länger klar, dass es einen riesigen Bedarf an Flüchtlingsunterkünften gibt. Außerdem wurde das durchdachte Konzept, sich in dieser Einrichtung auf syrisch-kurdische Flüchtlinge zu konzentrieren, aus der Erfurter Staatskanzlei als "inhuman" diffamiert. 

Nach dem Vorfall in Suhl fordert nun Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) mehr Kapazitäten und die Trennung nach ethnischer Zugehörigkeit. So erklärte er: "Das zeigt nur, wie notwendig es ist, dass wir viel, viel mehr Kapazitäten brauchen, Erstaufnahmekapazitäten, damit wir auch ein Stück weit besser ethnische Trennung vorher vornehmen können."

Ramelows Worten müssen nun auch Taten folgen: Die Verhinderungspolitik aus der Staatskanzlei gegen das "Haus der Solidarität" muss umgehend aufgegeben und das Projekt offiziell anerkannt werden. Seit Monaten treten Menschen in der Region dafür ein, dass dieses Projekt von Landratsamt und Landesregierung anerkannt wird. Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel schrieb zu dem ca. 30 Kilometer von Suhl entfernten Projekt: "Ihr Engagement im Sinne der Völkerverständigung und Integration, Ihre Hilfsbereitschaft und Ihre offensive Art, Probleme tatsächlich anzupacken, Ihren Worten Taten folgen zu lassen, all dies sollte ein Vorbild für viele Menschen in Deutschland sein."

Es gibt inzwischen mehr als 70 Initiatoren, die entschlossen das "Haus der Solidarität“ jetzt erst recht vorantreiben werden. Das "Haus der Solidarität“ als Willkommenskultur neuer Art ist notwendig und wird auf jeden Fall gebaut! Dafür werden ab sofort Privatkrediteinleger bei der Ferienanlage gesucht, ehrenamtliche "Subbotnik"-Einsätze zum Umbau des Hauses organisiert usw. Zugleich kämpfen die Initiatoren um die Anerkennung dieses Projekts und Zuschüsse durch die Landesregierung. Das beschloss der Initiatorenkreis, der sich am 7. August gründete und zu seinem nächsten Treffen einlädt:

Freitag, 28.8.2015, 18.30 Uhr, Ferien- und Freizeitanlage "Im Waldgrund" in Truckenthal

Kontakt über den Hausleiter Andreas Eifler, Im Waldgrund 1, 96528 Schalkau (Truckenthal), Telefon: 036766-84762 oder eifler.sonneberg@t-online.de