Politik

Katastrophale Zustände in Asylbewerber-Unterkunft in Suhl

Truckenthal (Korrespondenz), 29.08.15: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars zum Erlernen der dialektischen Methode besuchten letzte Woche die Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl/Thüringen. Ziel war es, syrischen und kurdischen Asylbewerbern, der Heimleitung und den Angestellten von dort das "Haus der Solidarität" vorzustellen und sie zum Initiatorentreffen "Haus der Solidarität" am Freitag in der Ferienanlage Truckenthal einzuladen.

Kaum ausgestiegen, wurden wir von vielen Flüchtlingen umringt. 200 Neuangekommene saßen seit 11 Uhr mit Kindern und ihrer Habe auf den Wiesen, ohne zu wissen, wo sie die Nacht verbringen können. Was für ein sichtbarer Widerspruch zur Begründung der Ablehnung des "Hauses der Solidarität" durch die Staatskanzlei Thüringen, dass angeblich kein Bedarf vorhanden sei.

Wir hatten Dolmetscher dabei und konnten uns auch teilweise auf Englisch unterhalten. So erfuhren wir viele Details über die Zustände in dieser überfüllten Anlage, die oft die Ursache für Reibereien sind. Die Flüchtlinge erzählten uns, dass es in manchen Häusern keine nach Geschlecht getrennten Duschen gibt und Jungs und Mädels ein Zimmer teilen müssen.

Von der Sozialarbeiterin über die Flüchtlinge wurde der Gedanke, gemeinsam mit vielen Kräften ein "Haus der Solidarität" aufzubauen, ungläubig bis begeistert aufgenommen. "Da geht mir das Herz auf", meinte eine dort Beschäftigte.