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Mit syrischen Flüchtlingen unterwegs

Thüringen (Korrespondenz), 27.08.15:  Sie waren gute Freunde geworden, die Teilfamilie aus Aleppo, von der die Frau und drei Kinder noch in der Türkei auf die Weiterreise warten, und die Rebellen vom Sommercamp, als sie gemeinsam am "Haus der Solidarität" arbeiteten.

Froh, den unwürdigen Zuständen im Lager in Suhl entkommen zu sein, sind sie in einer Gemeinde in Thüringen mit 2.400 Einwohnern einquartiert worden. Von der Möbelbörse bekamen sie einige Möbel, Nachbarn haben ihnen Teller und Besteck besorgt. Nun hatten die kurdischen Freunde gebeten, ob wir sie zum "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" in Hermsdorf begleiten könnten. Nach längerem Suchen (das Bundesamt steht auf einer Autobahnraststätte!) mussten wir bei verschlossener Türe klingeln und wurden nicht gerade freundlich empfangen.

Die Leute wurden einzeln aufgerufen und mit Hilfe von Dolmetschern befragt: woher kommen Sie, was machen Sie beruflich, Verwandtschaftsverhältnisse. Danach erhielten unsere Freunde ein Ausweispapier, dass ihnen drei Monate Aufenthaltsrecht gibt, danach müssen sie wieder kommen. Sie dürfen den Kreis und das Bundesland Thüringen nicht verlassen, dürfen nicht arbeiten und keine Verwandten nachkommen lassen. Aber sie waren froh, ein Stück weiter gekommen zu sein und hoffen, das nächste Mal längeren Aufenthalt zu bekommen und die Familie nachkommen lassen zu dürfen.

Auf der Rückfahrt haben sie mir Lieder vorgesungen, "Bella ciao" sangen wir gemeinsam, und ich wurde zum Essen eingeladen. Zum Schluss ein herzlicher Abschied, sie sagten noch, sie würden gerne noch einmal am "Haus der Solidarität" arbeiten helfen.