Betrieb und Gewerkschaft

WDR-Studio Essen: "Wir sind kampfbereit!"

WDR-Studio Essen: "Wir sind kampfbereit!"
Wichtige Fragen sind unter den Beschäftigten beim WDR-Studio Essen aufgeworfen (rf-foto)

Essen (Korrespondenz), 29.08.15: Ein ungewöhnliches Bild war das gestern früh vor dem WDR-Studio in Essen. ver.di-Fahnen und -Plakate schmückten den Eingang des Studios. Kaffee, belegte Brötchen, ein Infotisch, und eine Umfrage für einen Warnstreik erregten Aufmerksamkeit und luden zum Stehenbleiben und zur Diskussion ein.

Stoff dazu gibt es derzeit im WDR reichlich. Die Tarifverhandlungen beim WDR ziehen sich seit fünf Monaten hin. 6 Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert ver.di, der WDR bietet 1,9 Prozent für 2015 und 2,2 Prozent für 2016. Bei einem höheren Abschluss sollen die Rentenerhöhungen von den Gehaltssteigerungen abgekoppelt werden. Weitere Punkte sind die Kürzungen von 500 Planstellen bis 2020, über 800 Leiharbeiter, die zum Teil jahrelang für den WDR gearbeitet haben, sollen ihren Arbeitsplatz bis Ende des Jahres verlieren. Flexibilisierung und Arbeitsverdichtung werden deutlich verschärft. Die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen sollen immer mehr zusätzliche Aufgaben übernehmen.

Es wurde zum Teil sehr engagiert diskutiert:

  • "Nutzt die Gehaltserhöhung nicht vor allem den festangestellten Kolleginnen und  Kollegen, und werden die Interessen der 'freien' Autoren dabei unzureichend berücksichtigt?" 
  • "Ist das nicht der falsche Zeitpunkt, für eine Gehaltserhöhung auf die Straße zu gehen?"
  • "Wirkt sich das nicht negativ auf die Arbeitsplatzsituation aus?"

Diese Fragen müssen wir weiter klären und als Belegschaft enger zusammenrücken, das ist ein wichtiges Ergebnis, genauso wie die Abstimmung, bei der sich eine deutliche Mehrheit für einen Streik aussprach. Eine gute Basis für die nächsten Schritte.