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Lebendige Willkommenskultur auf dem zweiten Initiatorentreffen für das "Haus der Solidarität"

Truckenthal (Korrespondenz), 02.09.15: Ende letzter Woche fand das zweite Initiatorentreffen für den Ausbau eines fortschrittlichen Flüchtlingsheims mit solidarischer Willkommenskultur in der Ferienanlage "Waldgrund" in Truckenthal statt. Gekommen sind insgesamt 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, davon 16 Flüchtlinge und Asylsuchende aus dem Erstaufnahmelager in Suhl, vier Asylsuchende aus Sonneberg, Leute aus der Umgebung, von der Anlage und Urlauber.

Nach der herzlichen Begrüßung wurde das "Kobanê-Lied" gesungen. Nachdem die Dolmetscher den Text übersetzten, kam ein tiefes Zusammengehörigkeitsgefühl auf.

Einige der anwesenden Flüchtlinge kamen gerade aus diesen umkämpften Gebieten und waren stolz auf ihre Erfolge im Kampf gegen den faschistischen IS. Sie waren sichtlich berührt von der Welle der Solidarität, die auch im Raum spürbar war. Wir wollen auf der Anlage ein Haus der Solidarität für kurdische und syrische Asylsuchende und ihren Familien ausbauen, damit sie sich von den Strapazen der Flucht und dem Erlebten in ihrem Land erholen und später wieder gestärkt in ihre Heimat zurückkehren können. Sie sollen hier integriert und unterstützt werden, wir wollen aber auch voneinander lernen.

Die Landesregierung von Thüringen lehnt aus antikommunistischen Gründen das Projekt in Truckenthal ab. Stattdessen wird überlegt, ob man die Fläche für Flüchtlinge auf 3,5 Quadratmeter beschränken kann. Die Tierschutzordnung in Deutschland schreibt für einen Deutschen Schäferhund sechs Quadratmeter vor. Das empörte auch die Flüchtlinge und war für sie erst recht ein Grund, das Haus der Solidarität zu ihrem Anliegen zu machen.

19 neue Unterstützer trugen sich in die Listen ein. Eine Urlauberin will gleich praktisch helfen und nächstes Mal zum Beispiel Hygieneartikel mitbringen. Sie will aber auch Ideen für ein Flüchtlingslager, welches in ihrer Wohnnähe neu entsteht, mitnehmen. Wir haben auch wieder die Spendendose herumgehen lassen und auch die Flüchtlinge spendeten von ihrem wenigen Geld.