Wirtschaft

BASF: Die unschuldigen Kriegsplaner

Ludwigshafen am Rhein (Korrespondenz), 12.09.15: Aus Anlass des 150jährigen Jubiläums der BASF zeigt das Stadtmuseum im Rathauscenter Ludwigshafen am Rhein die Wanderausstellung "Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna/Monowitz" des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts. Diese Thematik ist in der Ludwigshafener Öffentlichkeit über Jahrzehnte weitgehend tabuisiert worden und ist bis heute ein heißes Eisen. Dank der Initiative des in Ludwigshafen lebenden Schriftstellers Billy Hutter wird sie nun gezeigt.

Die BASF war damals Teil des IG-Farben-Konzerns. Sie ließ in Monowitz (Ausschwitz Lager III) durch Tausende von Zwangsarbeitern synthetischen Kautschuk produzieren. Mindestens 10.000 Menschen sind von innerhalb von drei Jahren durch Schwerstarbeit bei Mangelernährung, fehlender Arbeitssicherheit und Gaskammer bei Arbeitsunfähigkeit ermordert worden. ...

Die Ausstellung zeigt sehr gut die Verflechtung der IG-Farben mit dem Hitlerfaschismus – bis hinein in die Vernichtungslager. Sie berichtet auch über den Versuch der Verantwortlichen bei den Kriegsverbrecherprozessen, Ausschwitz III als humanitäre Leistung darzustellen. Damit kamen sie nicht durch. Aber alle kamen mit geringen Haftstrafen davon und nahmen in den 1950er Jahren wieder führende Positionen in Wirtschaft und Politik ein.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 18. Oktober bei freiem Eintritt von Donnerstag bis Sonntag von 11 – 17 Uhr geöffnet.

  • Führungen für Schulklassen nach Voranmeldung unter Tel. 0621-504-2574 oder stadtmuseum@ludwigshafen.de.
  • Eine kostenlose Fortbildung für Lehrer wird am Freitag, 18. September, von 9 bis 13 Uhr angeboten.

Bereits 1978 ist beim Verlag Neuer Weg das Buch von P.W. Schreiber erschienen: "IG Farben – die unschuldigen Kriegsplaner. Profit aus Krisen, Krieg und Konzentrationslagern". ISBN 978-3-88021-159-9

Das Buch kann hier bestellt werden