Politik

Montagsdemo Saarbrücken: "Es gibt für uns keine Menschen erster und zweiter Klasse!"

Saarbrücken (Korrespondenz), 08.09.15: In einer Pressemeldung berichten Aktivisten aus Saarbrücken über die gestrige 414. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze (Auszüge):

Schon zu Beginn der Demo bei der Europa-Galerie kritisierte die Sprecherin der Montagsdemo die Verkündung der "Mehrkosten bei Hartz IV" von mehreren Milliarden durch Ministerin Andrea Nahles, die aufgrund der Flüchtlingssituation auf das Land zukämen. "Diese Leute brauchen Arbeit, genau wie wir, es gibt für uns Montagsdemonstrierer keine Menschen erster und zweiter Klasse im Land. Wir Montagsdemonstrierer kennen das Gefühl, gedemütigt und ausgegrenzt zu sein als ärmster Teil der Arbeiterklasse hier in der BRD – und sind doch fassungslos, welche Dimensionen das menschliche Elend annehmen kann." ...

Ein Montagsdemonstrant hielt eine wirklich begeisternde und angriffslustige Rede gegen die manipulative Verunglimpfung größter Teile der Bevölkerung als "Kostenfaktoren": "Aber wer schafft denn all den Reichtum, wer backt das Brot, bestellt das Feld, das sind doch nicht die, die uns alles vorenthalten, dem Rentner die Rente, dem Kranken die Krankenkasse, dem Arbeiter den Lohn!"

Es sprach auch ein junger Mann aus dem Iran, selbst Flüchtling: "Kein Land darf sich stärken an dem Blut der Menschen anderer Länder. Ich kritisiere die Kumpanei der Bundesregierung mit verschiedenen iranischen Herrschern, besonders auch die gierige Erwartung auf Geschäfte und Profite, die derzeit so deutlich wird", sagte er.

Ein anderer Redner trug die aktuelle Pressemeldung zur Petition "Kobanê muss leben" vor und sammelte dafür weitere Unterschriften.

www.montagsdemo-saar.de