Politik

Wuppertaler setzen ein starkes Signal für Willkommenskultur

Wuppertaler setzen ein starkes Signal für Willkommenskultur
(ba-foto)

Wuppertal (Korrespondenz), 08.09.15: Es waren gut über 1.000 Leute, die sich am Samstag trotz teils strömendem Regen nicht davon abhalten ließen, ein Signal zu setzen, dass Flüchtlinge willkommen sind und sie den rassistischen Hetzern von "Pro Deutschland" entschlossen entgegentreten. Junge Schüler hatten sich Schilder selbst gemacht "Flüchtlinge willkommen - Nazis verpisst euch!" Diese hatten zu einem Aufmarsch vor einer geplanten Erstaufnahmeeinrichtung aufgerufen. Sie wollten damit ihre "Mobilisierungsfähigkeit" dokumentieren. Statt der angekündigten 100 waren es gerade mal 30 jämmerliche Gestalten.

Die große Zahl der Gegendemonstranten kam zustande, weil sich neue Kräfte, darunter viele aus Heckinghausen, wo die Erstunterkunft steht, richtiggehend herausgefordert fühlten. Es kamen ganze Familien, viele Jugendliche und junge Erwachsene. Aus den Fenstern gab es teilweise Beifall. Man sah massenhaft neue Gesichter im Vergleich zu sonstigen Demos dieser Art.

Die Breite der Aktionseinheit drückte sich in der Liste der Redner aus, vom Bezirksvertreter über Flüchtlingsorganisationen bis hin zu Vertretern der Kirche und der Moscheen.

Die kämpferischen Töne bei den Rednern bekamen sehr viel Beifall. Der Pfarrer und evangelische  Präses im Rheinland griff die Heuchelei vieler Politiker an. Er wies anhand verschiedener  geschichtlicher Ereignisse nach, dass Deutschland schon ganz andere Flüchtlingszahlen gemeistert hat. Er nannte als Beispiele 12 Millionen nach dem II. Weltkrieg, oder 3,5 Millionen nach dem Fall der Mauer.

Die Moderatorin erwiderte nach dem Beitrag des Vertreters des Integrationsrates, der immer wieder betonte "Wir schämen uns": "Wir schämen uns nicht wegen der Nazis, sondern wir sind empört!"

Die Leute waren stolz auf diese Demonstration, und es war deutlich zu spüren, dass neue Verbindungen wachsen und verschiedene Kräfte das Bedürfnis haben, enger zusammmenzuarbeiten.