Politik

Erdogan-Sicherheitsleute wegen Vorwurf der Misshandlung einer mutigen Demonstrantin vor Gericht

19.09.15 - Am 23. September findet vor dem Kölner Amtsgericht ein bemerkenswerter Prozess statt. Angeklagt sind zwei AKP-Sicherheitsleute wegen des Vorwurfs, bei der Wahlveranstaltung des türkischen Präsidenten Erdogan am 24. Mai 2014 in der Kölner Lanxess-Arena eine Demonstrantin misshandelt und verletzt zu haben.

Özgül Z. aus Heidelberg hatte sich kurzerhand entschlossen, die Veranstaltung als Tribüne für den Protest gegen Erdogans reaktionäre Politik zu nützen. Nachdem sie unter die Zuschauer gelangt war, entrollte sie ein Protest-Transparent und blies in eine Trillerpfeife.

Sie berichtet gegenüber "rf-news", dass gleich Sicherheitsleute herbeieilten und sie in einen abgelegenen Raum brachten. Dort hätten sie brutal versucht, ihr das Transparent zu entreißen, sie entblößt, zu Boden geworfen und sich auf sie gekniet. Bei dieser eklatanten Freiheitsberaubung erlitt sie Verletzungen. Erst als eine Angestellte der Lanxess-Arena zufällig den Raum betrat, konnte sie sich befreien und den Raum wieder verlassen.

Özgül Z. entschloss sich noch an Ort und Stelle, Strafanzeige zu stellen. Ihr mutiger Protest gegen Erdogan und die frauenfeindlichen Gewalttäter verdient Respekt und Solidarität. Eine Gelegenheit dazu ist, sie bei der Verhandlung in Köln zu unterstützen: 23. September, 11 Uhr, Amtsgericht Köln, Luxemburger Str. 101, 50939 Köln, Sitzungssaal 17. Mehr darüber in der nächsten Ausgabe des "Rote Fahne"-Magazins (es kann hier bestellt werden).