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Solidarität für Flüchtlinge und die Heuchelei der "Bild"-Zeitung

Hamburg (Korrespondenz), 19.09.15: Als vor zwei Wochen - im Fußballfreundschaftsspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem BVB Dortmund - die Mannschaften aufs Spielfeld liefen, jubelten nicht nur fast 25.000 Fans, sondern auch 1.000 Flüchtlinge. Als Zeichen der Solidarität wurden sie vom Verein eingeladen, das Fußballspiel mit zu genießen. Und die Fans drückten ihre Verbundenheit mit den Flüchtlingen durch zahlreiche Transparente aus, so dass das ganze Fußballspiel im Zeichen der Völkerfreundschaft stand. So stand auf einem Riesentransparent: "Say it loud, say it here – Refugees are welcome here". In ganz Hamburg wurde diese Geste der Völker-Freundschaft begrüßt.

Das brachte Kai Diekmann, den Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, auf eine Idee. Man könnte doch zusammen mit der DFL (Deutsche Fußball-Liga) auf jedem Trikot jedes Spielers ein solches Zeichen platzieren - inklusive des Emblems der "Bild"-Zeitung: "Wir helfen – Bild. Refugees are Welcome". Einen solchen Werbeeffekt kann man sich doch nicht entgehen lassen!

Flugs wurden alle Bundesligavereine  angeschrieben. Als St. Pauli dankend ablehnte mit dem Hinweis, dass man selber schon lange aktiv sei, wollte Kai Diekmann St. Pauli an den Pranger stellen und griff den Verein an mit den Worten: "Kein Herz für Flüchtlinge: Schade eigentlich, @fcstpauli! Refugees not welcome. St. Pauli boykottiert WIR HELFEN." Ein Sturm der Entrüstung erhob sich im Internet. ...

Mittlerweile haben andere Vereine den Mut gehabt, bei der "Bild"-Werbeaktion auszusteigen, um ihren eigenen Beitrag zur Solidarität mit den Flüchtlingen zu leisten, wie Union Berlin, der SC Freiburg, der Vfl Bochum und der 1. FC Nürnberg.

Ach ja, das Spiel endete 2:1 für den BVB – wie erwartet.