Wirtschaft

Dresden: Globalfoundries will über 800 Arbeitsplätze vernichten!

Dresden: Globalfoundries will über 800 Arbeitsplätze vernichten!
Qimonda ist noch in guter Erinnerung: Hier die kämpfenden Kollegen im Februar 2009 in Dresden (rf-foto)

Dresden (Korrespondenz), 06.10.15: Auf Belegschaftsversammlungen letzte Woche und auf einer Pressekonferenz verkündete der Geschäftsführer von Globalfoundries (Glofo) Dresden, Rutger Wijburg, die Streichung von 800 Arbeitsstellen und mögliches weitreichendes Outsourcing zahlreicher Bereiche. Man will sich dabei für den ruinösen Preis-Wettkampf auf dem Halbleitermarkt und für die nächste erwartete „Welle von Chips“ , d.h. energieeffiziente Billigchips für das „Internet der Dinge“ und Industrie 4.0 aufstellen, um dabei einen möglichst großen Marktanteil abschöpfen zu können. Die Belegschaft soll nun für diesen verschärften Konkurrenzkampf im Chip-Markt und dem spekulativen Aufbau von Produktionskapazitäten bluten. ...

Nur ein Bruchteil der Produktionskosten sind die Lohnkosten. Das erzeugt viele Fragen, Diskussionen unter der Belegschaft und es wird klarer, dass es dabei nicht um die Zukunftssicherung der Menschen in der Region, sondern vielmehr um die Sicherung des Maximalprofits geht! …

Statt sich in den ruinösen Preiskampf unterzuordnen und sich gegenseitig ausspielen zu lassen, müssen jetzt die Lehren aus der Qimonda-Insolvenz gezogen werden. Es gibt keine Alternative zum Kampf um jeden Arbeitsplatz durch die Belegschaft! Ein Hoffen auf Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat zum „Interessensausgleich/Sozialplan“ und/oder Unterstützung von der Landesregierung bzw. EU führt in die Sackgasse. Schließlich geht es um unterschiedliche Interessen und jede Arbeitsplatzvernichtung ist für unsere Zukunft sozialunverträglich.