Politik

"Hogesa"-Faschist arbeitete für den "Verfassungsschutz"

"Hogesa"-Faschist arbeitete für den "Verfassungsschutz"

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 16.10.15: Die zum Teil enge Vernetzung zwischen Teilen des deutschen Staats und der faschistischen Szene ist spätestens seit der Mordserie des faschistischen NSU offensichtlich. Nun gibt es einen weiteren Fall aus dem faschistischen Teil der Hooligan-Szene. Nach übereinstimmenden Medienberichten war der mittlerweile verstorbene Mitbegründer der "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa), Roland Sokol, ein V-Mann des Innlandsgeheimdienstes "Verfassungsschutz".

Der Anfang letzten Monats in Karlsruhe an Krebs verstorbene Sokol war ein aktiver Teil der faschistischen Szene und hatte sowohl im Geschäft mit "Rechtsrock", über Aktivitäten bei den so genannten "Freien Kameradschaften" und im verbotenen "Blood and Honour"-Netzwerk bis hin zur Mitgliedschaft bei der international aktiven Mörderbande "Hammerskins" seine Hände im Spiel. Seinen V-Mann-Führer beim "Verfassungsschutz" hat er offensichtlich über jeden Schritt der braunen Schläger informiert.

Ob für diese Dienste Geld an die Szene geflossen ist, ist noch nicht bekannt, aber etwas anderes ist klar: Der Inlandsgeheimdienst war wie im Fall NSU informiert. Die schwere Holligan-Randale vor einem guten Jahr in Köln muss genauso bekannt gewesen sein wie die Vorfälle in Essen vor einem Monat, als "Hogesa"-Hooligans mit Baseballschlägern gegen Gegendemonstranten vorgingen. Zwischenzeitlich hat das Verwaltungsgericht Köln die nächste "Hogesa"-Kundgebung eingeschränkt erlaubt. Am 25. Oktober sollen die Faschisten im Bereich des Breslauer Platzes ihren Hass loswerden dürfen.

Das alles zeigt, dass die Forderungen der MLPD nach einem Verbot aller faschistischen Organisationen und nach völliger Aufklärung der NSU-Morde nicht einen Deut an Aktualität verloren haben.