International

Internationale Automobilarbeiterkonferenz in Sindelfingen erfolgreich gestartet

Internationale Automobilarbeiterkonferenz in Sindelfingen erfolgreich gestartet
Luiz Carlos Prates (Mancha) vom brasilianischen Gewerkschaftsverband CSP-Conlutas, einer der internationalen Koordinatoren der Automobilarbeiterkonferenz

15.10.15 - Am 14. Oktober startete im Bürgerhaus Maichingen, einem Stadtteil des Daimler-Standorts Sindelfingen, die 1. Internationale Automobilarbeiterkonferenz unter dem Motto: "Automobilarbeiter machen mobil – weltweit!" 30 Delegierte aus 15 Ländern kamen zum Auftakt der Delegiertenversammlung am Mittwoch Abend. Sie berieten unter anderem den Rechenschaftsbericht und Finanzbericht der Internationalen Koordinierungsgruppe (ICOG). Diese beschlussfassende Versammlung steht im Zentrum der Konferenz und ist auch neu gegenüber den früheren Automobilarbeiterratschlägen. Die Delegierten sind oft Repräsentanten und Führer von Kämpfen in den wichtigsten internationalen Regionen der Automobilindustrie. Darüberhinaus gibt es Plenumsdiskussionen und verschiedene Foren sowie Workshops auf der Konferenz.

Aus allen großen Autokonzernen und den größten deutschen Standorten von VW/Audi, Porsche, Opel, Ford, BMW und Bosch in Deutschland nehmen Kolleginnen und Kollegen teil. Unter anderem auch der Daimler-Werke in Sindelfingen und Untertürkheim.

In einer Pressemitteilung der Deutschen Koordinierungsgruppe zur Vorbereitung der Konferenz heißt es: "'Wer wenn nicht wir - die Automobilarbeiter - können so ein Welttreffen vorbereiten und durchführen', dieser Geist erfüllt das Bürgerhaus von Maichingen."

Am heutigen Donnerstag sahen und hörten die 300 Besucherinnen und Besucher lebendige und informative Kontinentalberichte, die von Automobilarbeitern selbst vorbereitet und präsentiert wurden. In der Pressemitteilung wird berichtet:

"Beim Kontinentalbericht Europa wurde auch der VW-Skandal ins Visier genommen, aber auch der zehn Jahre dauernde Kampf gegen die Schließung des Opel-Werks Bochum ausgewertet. Der Asien-Bericht berichtet von einem harten und erfolgreichen Kampf in Indien gegen Schließung eines GM-Werkes in Halol/Indien. Angeprangert wurde auch die extreme Ausbeutung der chinesisches Automobilarbeiter, deshalb ist eine wichtige Herausforderung der Konferenz, den Blick auch nach China, aber auch Pakistan und Korea zu richten. ...

Selbständige Kämpfe wie ... in Bursa/Türkei hatten große Ausstrahlung. Angesprochen wurde auch, dass die reaktionären Regimes in Saudi-Arabien und Katar, die große Aktienpakete bei Automonopolen halten, auch den reaktionären IS unterstützen. Der kurdische Befreiungskampf im Mittleren Osten richtet sich somit gegen die gleichen Gegner wie der weltweite Kampf der Automobilarbeiter.

Die Jagd der Automonopole nach ihren Gewinnen kennt keine Grenzen, die Solidarität der Automonopolarbeiter auch nicht! So bedankten sich Kollegen aus den verschiedenen Länder ... in bewegenden Worten für die erhaltene Solidarität. 'Als wir die Fotos gesehen haben, wie in Brasilien gegen die Schließung des Opel-Werks in Bochum am 1.Mai demonstriert, hat uns das hier viel Kraft gegeben', so eine Kollegin aus dem Werk."

Nach einer Diskussion über die Gesamtsituation der Automobilarbeiter der Welt begannen am Nachmittag auch die Konzernforen zu sieben verschiedenen Automobil- und Autozulieferkonzernen. Sie werden morgen Vormittag fortgesetzt. Die Delegiertenversammlung wird die Gründungsresolution diskutieren. Prägend am heutigen Tag war ein großes gewachsenes Vertrauensverhältnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es gibt den Wunsch und hohe Erwartungen, dass die Internationale Automobilarbeiterkonferenz erfolgreich wird.

Heute Abend findet der Eröffnungsabend der Automobilarbeiterkonferenz statt und am Freitag eine Demonstration, die am Bahnhof Sindelfingen um 18 Uhr startet. Zu allen Aktivitäten sind weitere Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen. Das Programm gibt es unter www.iaar.de im Internet.