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Kurdische Volksverteidigungseinheiten und arabische Stämme weisen "Amnesty"-Desinformation zurück

Kurdische Volksverteidigungseinheiten und arabische Stämme weisen "Amnesty"-Desinformation zurück
YPJ-Kämpferin (foto: Flickr / BijiKurdistan)

17.10.14 - Am 12. Oktober veröffentlichte "Amnesty International" einen Bericht, in dem den syrisch-kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) schwerste chauvinistische Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen gegen die arabische Bevölkerung in Rojava vorgeworfen werden. Dies genau in einer Situation, in der unter aktiver Beteiligung von YPG und YPJ in Rojava (Nordsyrien/Westkurdistan) am 12. Oktober die Gründung einer aus 13 Organisationen bestehenden neuen Allianz "Demokratische Syrische Kräfte" bekannt gegeben wurde.

In der Gründungserklärung heißt es unter anderem: "Angesichts der gegenwärtigen Entwicklung ... war es notwendig, eine vereinte Kraft aller in Syrien lebenden Menschen zu schaffen, der Kurden, Araber, Assyrer und aller weiteren Völker ... Dieser demokratische Schritt wird zur demokratischen Einheit aller Menschen in Syrien auf der Grundlage der Freiheit der Frauen führen. Unser grundsätzliches Ziel ist die Schaffung eines demokratischen Syrien."

Sipan Hemo, Kommandeur der YPG, geht in einem aktuellen Interview auf die Anschuldigungen ein. Er wies darauf hin, dass die YPG/YPJ-Einheiten in selbstlosem Kampf mehr als 1.500 arabische Dörfer vom faschistischen IS befreit haben und dabei in maximal vier oder fünf Dörfern aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzungen Zerstörungen durch die Kämpfe verursacht wurden. Er wies weiter darauf hin, dass die große Mehrheit der sunnitischen Araber durch das Assad-Regime in Rojava angesiedelt wurde und dort in Frieden mit dem kurdischen Volk lebt und niemand sie vertreibt.

Er erklärte: "30 Prozent der Kämpferinnen und Kämpfer von YPG/YPJ sind arabischer Volkszugehörigkeit und ich bin mir sicher, dass sie nicht akzeptieren würden, wenn ihre arabischen Landsleute misshandelt werden." Er forderte eine sofortige unabhängige Untersuchung der falschen Anschuldigungen. Zurecht wies er darauf hin, dass der Zeitpunkt dieser Veröffentlichung verdächtig ist, "kommt sie doch genau zu einem Zeitpunkt, in dem YPG/YPJ mit ihren arabischen und christlichen Verbündeten eine gemeinsame große Operation gegen den IS planen".

Inzwischen haben aber auch im Bericht von "Amnesty International" genannte arabische Stämme diesen verurteilt. So hat die "Ruspîs Versammlung der arabischen Stämme des Kantons Cizîre" den Bericht als "parteiisch und auf Lügen beruhend" verurteilt. In der Erklärung dieser Versammlung, welcher die Stämme El-Cihêş, El-Begara, El-Niêm, El-Şerabî ve El-Şemer, Îshaq Ezîz und Tony Kîso angehören heißt es:

"Amnesty International hat seinen Bericht auf der Grundlage von falschen Informationen gemacht, die die Liebe und Gemeinsamkeit zwischen allen gesellschaftlichen Kräften in der Region durch Feindschaft ersetzen wollen. Wir verurteilen den Bericht von Amnesty International auf das schärfste. ... Die arabischen, kurdischen, christlichen und ezidîschen Völker in unserer Region leben in Frieden und gegenseitigem Vertrauen zusammen. Sie teilen miteinander die Sorgen und Freuden und respektieren gegenseitig die Rechte. ... Es ist nicht die YPG, sondern der IS, der diese Region ruinieren will."

Macer Gifford, britischer Staatsangehöriger in den Reihen der YPG, schreibt in einem offenen Brief an den Generalsekretär von "Amnesty International": "Es ist für mich furchtbar, diesen Bericht zu lesen, weil ich weiß, dass die YPG außerordentlich gute Beziehungen zu den arabischen Gemeinschaften in Rojava pflegt ... . Abseits der ganzen Lügen gibt es einen anderen Grund, warum dieser Bericht eine Beleidigung für die ist, die für Demokratie und Gleichberechtigung kämpfen. Der Bericht entstand erwiesenermaßen durch türkische Nationalist/innen und islamische Fundamentalist/innen, um Gewalt unter den Konfessionen zu provozieren und das Vertrauen, das sich die YPG so hart erkämpft hat zu zerstören. ... Ich wünsche mir, dass sie noch einmal ihren Bericht betrachten und auf eine weitere Verteilung verzichten. Ein Bestandteil ihrer Untersuchungen sollte es sein, nach Rojava zu gehen und selbst zu sehen, welch großartige Arbeit die Menschen für die Region leisten."

"Amnesty international" macht sich mit den in seinem Bericht enthaltenen falschen Behauptungen – gewollt oder nicht – zum Sprachrohr reaktionärer Politik. Es ist bekannt, dass die reaktionären Geheimdienste gezielt Desinformation und Falschmeldungen verbreiten, um weltweit die Massen zu manipulieren. Diese richten sich gezielt auch gegen die in Syrien selbst wachsende internationalistische Einheit gegen den faschistischen IS. Die jetzt veröffentlichten Gegendarstellungen und Tatsachen zeigen aber auch, wie schnell solche Lügen zum Scheitern verurteilt sind.