Kultur

Ausstellung zur Urmenschen-Forschung mit dialektischem Ansatz

Ausstellung zur Urmenschen-Forschung mit dialektischem Ansatz
Ausstellungsstück im Darmstädter Museum (Screenshot)

Darmstadt (Korrespondenz), 23.10.15: Gert Scrobel, Autor des Vorworts zum äußerst anregenden Büchlein des Hessischen Landesmuseums Darmstadt zur Ausstellung "Homo, Expanding worlds, Originale Urmenschen-Funde aus fünf Weltregionen" stellt fest: "Genetische Übereinstimmungen zwischen einem Europäer und einem Einwohner Kenias können allen optischen Unterschieden zum Trotz größer sein, als die zwischen diesem Europäer (oder Kenianer) und seinem unmittelbaren Nachbarn."

Er schlussfolgert: "Wenn es nicht schon genügend Gegenargumente aus ethischer, juristischer, sozialer oder kultureller Sicht geben würde – allein die genetische und die neuere paläoanthropologische Forschung bietet die Grundlage für eine zwingende Widerlegung jeglicher Formen von Rassismus."

Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt, eines der großen Museen in Deutschland, zeigt in einer wissenschaftsgeschichtlich einmaligen Ausstellung Originalknochen von Urmenschen-Funden. ... Die Ausstellung im Darmstädter Museum geht intensiv darauf ein, wie sich unser Bild von unseren Vorfahren in den letzten 160 Jahren verändert hat. Genomanalysen und andere Untersuchungen der Schädel- und Knochenfunde belegen, dass die Sicht von einem Stammbaum der Hominiden durch einen "Stammbusch" oder durch ein "Patchwork-Mosaik" ersetzt ist: "Wenig entsprechen die Überreste, die wir finden, den Idealtypen, die wir uns für sie ausgedacht haben" (Gert Scrobel).

Damit können wir wohl sagen: Bei einem solchen Durchbruch in der Wissenschaft zur menschlichen Entwicklung ist die Ausstellung im Darmstädter Museum für Interessierte und Dialektiker ein einmaliges, sehr interessantes öffentliches Ereignis. Die Ausstellung geht noch bis 22.11.2015.

Öffnungszeit:
Mittwoch von 10 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Sonst täglich von 10 bis 18 Uhr

Kosten: 10 Euro

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