Politik

"Dresden Nazifrei" kritisiert Polizeieinsatz vom 19. Oktober

22.10.15 - Das antifaschistische Bündnis "Dresden Nazifrei" kritisiert, dass die "Pegida"-Faschisten am Montag in Dresden von der Polizei nicht an den Übergriffen auf Gegendemonstranten, Journalisten und Teilnehmer/-innen des Postplatzkonzerts gehindert wurden. In einer Pressemitteilung schreiben die Organisatoren der antifaschistischen Gegendemonstration vom Montag: "Am Tag nach dem Demonstrationsgeschehen rund um den ersten Jahrestag der rassistischen Pegida-Demonstrationen in Dresden ziehen die Organisatorinnen und Organisatoren der Gegenkampagne unter dem Namen 'Herz statt Hetze' ein gemischtes Fazit des 19. Oktober. Zehntausende Menschen sind für Mitmenschlichkeit auf die Straße gegangen und haben der Hetze, die von der Bühne der Pegida-Bewegung ausgeht, deutlich widersprochen. Dennoch kam es zu schweren Ausschreitungen von gewaltbereiten Teilnehmern/-innen der Pegidademonstrationen und teilweise zu Straßenschlachten zwischen Nazis, Hooligans und der Polizei. Es freut uns, dass die Dresdnerinnen und Dresdner so zahlreich zu unseren Demonstrationen erschienen sind und gemeinsam mit aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Menschen Flagge gezeigt haben. Insgesamt gehen wir von bis zu 20.000 Teilnehmer/-innen auf allen unseren Veranstaltungen zusammen aus. ... Silvio Lang, Sprecher des Bündnisses Dresden Nazifrei, erklärt: 'Einmal mehr trägt die politische Verantwortung für eine katastrophale Polizeiarbeit am gestrigen Tage der sächsische Innenminister Markus Ulbig. Seine Beamtinnen und Beamte waren zu wenige, zu schlecht vorbereitet, haben eine falsche Einsatztaktik verfolgt und nach übereinstimmenden Berichten mehrfach Gefahren erzeugt, statt sie abzuwenden. Das zum Beispiel das Postplatzkonzert, eine wohlgemerkt angemeldete, auch von vielen Familien und älteren Menschen besuchte und von der Versammlungsbehörde beschiedene Versammlung, abgebrochen werden musste und die Teilnehmer/-innen vor angreifenden Hooligans und Nazis fluchtartig den Platz verlassen mussten, lag daran, dass die Polizei hier schlicht nicht anwesend war und die Abreise der Pegida-Teilnehmer an vielen Stellen unkontrolliert ablief. Mehrere Quellen berichten darüber hinaus davon, dass Einsatzkräfte der Polizei eigentlich gesicherte Bereiche in der Region Zwingerteich offensichtlich kalkuliert freigegeben haben und somit den gewaltbereiten Rassisten/innen direkte Zuwege zu den Gegendemonstranten gewährten.'"