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Griechenland: Regierung veröffentlicht Forschungsarbeit über Greuel der faschistischen Besatzung

Griechenland: Regierung veröffentlicht Forschungsarbeit über Greuel der faschistischen Besatzung
Gedenkstätte in Kalavrita (Peloponnes). Die Hitlerfaschisten brannten das Dorf nieder. (Foto: Andrew Barklay auf Flickr)

21.10.15 - Die griechische Regierung hat die Ergebnisse einer Forschungsarbeit über die Besatzung des Landes durch die faschistische deutsche Wehrmacht veröffentlicht. Sie stützt sich auf Dokumente aus Archiven in den USA. Es sei eine "endlose Liste" von Tötungen, Plünderungen, Zerstörungen von Dörfern, sagt die Historikerin Efi Paschalidou von der Geschichtsabteilung der griechischen Armee (DIS). Zu den Dokumenten gehören private Tagebücher ebenso wie Berichte der Kommandeure vor Ort an das Oberkommando der faschistischen Wehrmacht.

Sogenannte "Vergeltungsaktionen" mit Hunderten Toten werden darin als "Sühnemaßnahmen" für Partisanenangriffe bezeichnet. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt, Frauen und Kinder ermordet.

In ausführlichen Listen ist erfasst, wie viele Tonnen Vieh, Getreide, Olivenöl, Fahrzeuge und sogar Wollteppiche beschlagnahmt wurden - zu einer Zeit, als in Griechenland zahlreiche Menschen den Hungertod starben. Die Wehrmachtsangehörigen in Epirus im Nordwesten des Landes wurden aufgefordert, "keine Gnade" walten zu lassen, wie Paschalidou ausführt. Wertvoll sind die Informationen Paschalidou zufolge, "weil sie nicht von einem griechischen Großvater stammen, sondern von den Hitler-Streitkräften selbst". Die Dokumente wurden von den USA zwischen 2005 und 2007 in Form von 162 Mikrofilmen übergeben.

Die Forderung Griechenlands nach einer Entschädigungszahlung von 278,7 Milliarden Euro wird von der deutschen Regierung rundweg abgelehnt.