Umwelt

Brandrodungen verursachen verheerende Dunstglocke über Südostasien

Brandrodungen verursachen verheerende Dunstglocke über Südostasien
Auf der Karte lässt sich die Ausbreitung der Feuer gut erkennen (foto: screenshot)

23.10.15 - Seit fast zwei Monaten brennen Tausende durch illegale Brandrodungen verursachte Feuer in Indonesien und überziehen große Teile Südostasiens mit einer verheerenden Dunstglocke. Besonders Malaysia und Singapur sind betroffen. Atemwegserkrankungen steigen an, Schulen werden geschlossen, Flüge werden umgeleitet und internationale Veranstaltungen storniert. Laut nationalem Katastrophenschutz sind im Inselreich über 25 Millionen Einwohner von der Luftverpestung betroffen.

Thailand bleibt von den schlimmsten Auswirkungen dieser jedes Jahr aufs Neue entfachten Feuer normalerweise verschont. Doch inzwischen hat der Smog durch veränderte Windrichtungen aufgrund des El-Nino-Effekts die Küsten und damit auch die Touristengebiete Süd-Thailands erreicht. Nach Behördenangaben hat die Luftqualität in sieben südlichen Provinzen inzwischen ein die gesundheitsschädigendes Niveau. Halem Jemarican, Chef des Umweltamts in der Provinz Songkhla: "Wir beurteilen das als eine Krise. Es ist die schlimmste seit zehn Jahren." Das Gesundheitsministerium hat bereits 55.700 Atemschutzmasken verteilt, weitere 40.000 sind auf dem Weg in den Süden.

Hintergrund für die Brandrodungen sind die sich immer weiter und schneller ausdehnenden Palmöl-Plantagen. Dazu führt das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" aus: "Palmöl wird seit den 1990er Jahren als 'Bio'-Treibstoff und als Speisefett vermarktet. Die Palmöl-Produktion hat sich seit den 1980er Jahren bis 2013 auf etwa 58 Millionen Tonnen mehr als verzehnfacht. Allein Palmöl-Plantagen in Indonesien liefern 31 Millionen Tonnen. Die größten internationalen Handels- und Nahrungsmonopole wie Wal-Mart, Carrefour, Metro, Nestlé, Unilever, Kraft und McDonald’s sind beteiligt." (S. 106)

Kein Wunder, dass die indonesische Regierung lange Zeit Hilfe bei der Brandbekämpfung ablehnte und erst Anfang Oktober Singapur, Russland, Malaysia und Japan darum bat, beim Löschen der Brandherde zu helfen. Schließlich will sie die Fläche für Palmöl-Plantagen bis 2020 auf 20 Millionen Hektar verdreifachen und dafür weitere Teile des ohnehin schon stark geschrumpften Regenwalds opfern.

Täglich gibt es neue Anlässe für den aktiven Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe. Wichtige Gelegenheiten dafür sind die internationalen Aktivitäten zum UN-Klimagipfel von Paris am 29. November und 12. Dezember. Die MLPD führt in den letzten drei Novemberwochen bis zur UN-Klimakonferenz umweltpolitische Aktionswochen durch, in denen sie für den Aufbau einer weltweiten Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt wirbt und das Buch "Katastrophenalarm!" breit vertreibt. Höhepunkt wird der ICOR-Umweltkampftag am 5. Dezember sein.