Politik

Banken profitierten auch von Währungsreform nach II. Weltkrieg

Albstadt (Korrespondenz), 31.10.15: Die Meldung auf "rf-news" vom 27.10.15 zur Münchner Rückversicherung als Profiteur des Hitler-Faschismus erinnert mich an folgendes Erlebnis: Als mein Onkel letztes Jahr verstarb, fanden wir ein Schuld- und Zinsenbuch, aus dem hervor ging, dass mein Opa noch in Zeiten der Weimarer Republik einen Kredit über 7.000 Reichsmark zum Ausbau seines Handwerksbetriebs aufgenommen hatte. Von diesem Kredit waren 1949 – nun zu DDR-Zeiten - noch 4.800 Mark offen, die mein Onkel bei Übernahme der väterlichen Schreinerei mit "geerbt" hatte.

Dieser Kredit wurde bis 1988 abgestottert. Am Schluss hatte mein Onkel in dem Büchlein vermerkt, dass wegen der Zinsen insgesamt über 24.000 Mark abbezahlt werden mussten – also das Fünffache der "Restsumme" von 1949! Ein weiteres empörendes Beispiel, wie Banken sich an ganz normal arbeitenden und wenig verdienenden Menschen bereichern.

Währungstechnisch machten sie nach dem Krieg einen Schnitt. In der BRD wurde immer das Märchen verbreitet, dass 1948 jeder Bürger gleich viel Geld als Ausgangsbasis gehabt hätte, nämlich die 40 DM, die jeder ausbezahlt bekam. Dabei wurde der ganze Besitz an Grund und Boden sowie der Besitz an Produktionsanlagen, Fabriken, Häusern etc. in der BRD nicht angetastet. Dafür aber alle Sparguthaben niedergeschlagen.

Das war eine Enteignung, die besonders die kleinen Leute traf. Schulden hingegen bestanden offenbar weiterhin. Da waren und sind die Banken pingelig bis zum letzten Pfennig und pressen die Leute mit Zins und Zinseszins aus.