Umwelt

Bonner Klimagipfel peilt Erderwärmung um 2 Grad an - mit verheerender Konsequenz

Bonner Klimagipfel peilt Erderwärmung um 2 Grad an - mit verheerender Konsequenz

29.10.15 - Vom 19. bis 23. Oktober verhandelten in Bonn Diplomaten aus 196 Ländern, um die Vorlage für den Vertragsentwurf der 21. Weltklimakonferenz, die vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfindet, zu erstellen. Wichtigster Streitpunkt war die Frage, ob die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius begrenzt werden kann. Das ist ein heuchlerisches Ziel, weil bisher keinerlei verbindliche Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase und zum Übergang auf erneuerbare Energien vereinbart sind. Eine Erderwärmung von 2 Grad setzt die Menschheit bereits schon dem Risiko des Umschlags in die globale Umweltkatastrophe aus und bedeutet für mindestens einen Großteil der Weltbevölkerung dramatische Schäden.

Das deckt auch der Weltklimabericht des UN-Weltklimarates ICCP mit dramatischen Fakten und Prognosen auf! Der zweite Hauptstreitpunkt ist das Geld: Wer trägt die Hauptlast für den Kampf gegen den sogenannten „Klimawandel“? Nach wie vor die Industrieländer? Doch hat zum Beispiel China inzwischen einen höheren Anteil am weltweiten Treibhausgasausstoß (29 Prozent) als die USA und die EU zusammen (26 Prozent) – sieht sich jedoch als Entwicklungsland.

Während die Diplomaten debattierten, tobte vor der Westküste Mexikos mit bis zu 400 Kilometern in der Stunde der Hurrikan „Patricia“ und führte zu Überschwemmungen und Verwüstungen. Seit fast zwei Monaten brennen rund 2.000 Feuer, die durch die bisher katastrophalsten Brandrodungen im Interesse des internationalen Finanzkapitals in Indonesien verursacht wurden. Sie überziehen große Teile Südostasiens mit einer verheerenden Dunstglocke. Der CO2-Ausstoß steigt dadurch dramatisch. Laut dem US-amerikanischen Wetterdienst herrscht gegenwärtig einer der stärksten "El Nino"-Klimaeffekte der vergangenen Jahrzehnte. Das damit verbundene Ausbleiben der Fischschwärme vor Südamerika ruiniert nicht nur zahlreiche Fischer, sondern bedroht die Küstenregionen auch mit Hunger und drastisch steigenden Preisen für Nahrungsmittel.

Angesichts all dessen bedeuten die Debatten über eine 2-Grad-Klimaerwärmung ein einziges Desaster, zumal noch nicht einmal dafür verbindliche Zusagen vorliegen. Umso notwendiger ist die Organisierung des weltweiten aktiven Widerstands gegen den drohenden Übergang in eine globale Klimakatastrophe. Auch zur Weltklimakonferenz, die vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfindet, wird es vielfältige Protestaktivitäten geben.

Der internationale "Global Frackdown Day" wurde vom Netzwerk www.globalfrackdown.org für 2015 so ausgerichtet, dass nicht ein einziger internationaler Protesttag durchgeführt wird, sondern beginnend mit dem 2. November vier Aktionswochen bis zum Beginn der Pariser Weltklimakonferenz durchgeführt werden sollen, die dann in die Proteste in Paris übergehen. In Freiburg ruft eine Aktionseinheit auf Initiative der Umweltgewerkschaft zu einer Protestveranstaltung Global Frackdown-Day am 2. November auf („rf-news“ berichtete.).

Im Rahmen der Mobilisierung zu Aktionseinheiten fordert die MLPD als ICOR-Mitglied dazu auf, am 5. Dezember, dem ICOR-Umweltkampftag, der mitten während der Weltklimakonferenz stattfindet, gemeinsam auf die Straße zu gehen. Regional oder örtlich sollten kämpferische Kundgebungen und Demonstrationen durchgeführt und die Einheit zwischen Umwelt- und Arbeiterbewegung gefördert werden, z.B. durch die Unterstützung des Kampfs der Bergarbeiter (gemeinsam gegen Fracking, Giftmüll unter Tage und Zechenstilllegungen, für den Ausstieg aus der fossilen Verbrennung, 100 Prozent erneuerbare Energien, neue Arbeitsplätze im Umweltschutz).

Automobil-, Berg- und Stahlarbeiter müssen den Umweltkampftag zu ihrer Sache machen – gegen das Ausspielen von Umweltschutz und Arbeitsplätzen! Der Vorstand der Umweltgewerkschaft hat einen Aufruf an seine 50 Ortsgruppen gerichtet, von jedem Ort mit mindestens zwei Leuten an der Paris-Delegation am 11./12. Dezember teilzunehmen. (siehe hier!) Die MLPD beteiligt sich auch an gemeinsamen Delegationen zu den Protesten vom 5. bis 12. Dezember in Paris.