Politik

Internationales Expertenteam bestätigt Verdacht auf Mord an Oury Jalloh

Internationales Expertenteam bestätigt Verdacht auf Mord an Oury Jalloh
Der Sprecher der Initiative "In Gedenken an Oury Jalloh", Mouctar Bah, auf der Pressekonferenz (links) und 2014 auf dem Rebellischen Musikfestival (rechts), dessen Pate er war (rf-fotos/Montage: rf-news)

Berlin (Korrespondenz), 30.10.15: Vor zehn Jahren starb Oury Jalloh grausam in einem Feuer in einer Gefängniszelle in Dessau. Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh führte am 27. Oktober in Berlin eine Pressekonferenz durch in der die Ergebnisse neuer Gutachten vorgestellt wurden, welche die Initiative in Auftrag gegeben hatte. Die Gutachten verschiedener Experten (zwei Brandsachverständige, ein Rechtsmediziner und ein Experte für Giftstoffe) bekräftigen alle den Verdacht, dass Oury Jalloh Opfer eines Mordes war.

Bis heute behauptet die Justiz, dass Oury Jalloh sich selbst angezündet hätte. Wie absurd dies ist untermauerten die Berichte der Gutachter – niemals hätte ein Mann der an Händen und Füßen am Bett gefesselt war, selbst seine Matratze anzünden können. Ohne Brandbeschleuniger hätte sich ein Feuer dieses Ausmaßes nicht entwickeln können. Es ist der Öffentlichkeitsarbeit der Initiative zu verdanken, dass sogar der neue Staatsanwalt von Dessau sich gezwungen fühlte, auf der Pressekonferenz als Zuhörer zu erscheinen.

Die Ermittlungen zum Mordverdacht sind noch nicht abgeschlossen. Bisher kam es lediglich zu einer Verurteilung mit Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung, begründet mit einer zu späten Hilfestellung. Mitglieder der Initiative bekräftigten, dass sie so lange weitermachen, bis die wirklich Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die vorgestellten Gutachten können hier gelesen werden!